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22.03.2026
12:43 Uhr
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Rheinland-Pfalz gilt als peinlich und bräsig. Genau wie seine Berühmtheiten Helmut Kohl und Daniela Katzenberger. Doch die Wahrheit ist: Die Pfalz wird unterschätzt.

Mit der Pfalz verbinde ich einen bestimmten Duft. Schon als Kind war das so. Es roch einfach anders. Anders als im Norden, an der Küste, wo ich aufgewachsen bin. Vielleicht liegt es am Wein. Vielleicht am Wald. Vielleicht an den Kiefern oder Mandelbäumen. Vielleicht an der feuchtwarmen Erde zwischen den Reben. Ich weiß nur: Dieser Geruch bedeutet für mich so etwas wie Heimat. Rheinland-Pfalz ist für mich ein Zuhause, in dem ich immer nur zu Besuch war. An diesem Wahlsonntag werden zumindest einen Moment lang die Deutschen aus allen möglichen anderen Bundesländern auf Rheinland-Pfalz schauen. Sonst spielt es in der Wahrnehmung eher eine Nebenrolle. Über dieses Land wird nicht mal groß geschimpft oder gelästert. Rheinland-Pfalz wird belächelt. Das Lächeln gilt den Klischees, viele stellen sich unter diesem Land bräsige Leuchten vor, die einen kauzigen Dialekt sprechen und unentwegt Wein trinken, Saumagen essen und nach Zwiebelkuchen riechen. Und deren Berühmtheiten auch etwas peinlich sind wie Helmut Kohl, Rudolf Scharping oder Daniela Katzenberger. Eine Art Schlumpfhausen, aber mit Häusern, die zu nah an der Straße gebaut sind, weil Schlaubi, Hefty und Fauli fürchten, sonst etwas zu verpassen. Wer hier aber etwas verpasst, das sind die Deutschen, die über Rheinland-Pfalz lächeln. Sie sollten hinfahren. So wie ich.