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15.08.2026
13:29 Uhr
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Der Philosoph Rainer Forst hält es für vertretbar, junge Menschen zum Dienst an der Gemeinschaft zu verpflichten – und erklärt, wie das gelingen kann.

DIE ZEIT: Herr Forst, wir haben uns daran gewöhnt, dass wir dem Staat einen Teil unseres Einkommens abgeben, aber kann er verlangen, dass wir ihm auch einen Teil unserer Lebenszeit geben? Rainer Forst: Die Rede vom »Staat«, der etwas »verlangt«, klingt mir etwas zu obrigkeitsstaatlich. Für mein Demokratieverständnis ist entscheidend: Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass die politische Gemeinschaft Eingriffe in das Leben ihrer Mitglieder unter prinzipiell Gleichgestellten rechtfertigt. Deshalb lautet die Antwort: Ja, eine demokratische Gemeinschaft kann politisch autonom beschließen, dass alle für eine überschaubare Zeit einen sozialen Beitrag leisten, wenn sie diesen Schritt überzeugend begründen kann.