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27.03.2026
11:44 Uhr
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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr? Stimmt nicht, zeigt Forschung. Wer motiviert ist, kann auch im hohen Alter gelassener und kontaktfreudiger werden.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 13/2026. "Mich änderst du nicht mehr, dafür bin ich zu alt." Diesen Satz habe ich schon oft gehört. Zum Beispiel von meiner Oma. Wenn sie im Krankenhaus über ihre zerzausten Haare klagte oder im Winter mit viel zu dünnen Jäckchen zu Spaziergängen aufbrach. "Warum bist du bloß immer so eitel", sagte ich dann, oder: "so unvernünftig". Sie winkte ab, blinzelte kokett und sagte diesen Satz. "Ich bin 80, ich ändere mich nicht mehr." Ich kenne ihn in vielen Variationen. Nicht nur von meiner Oma, sondern auch von meinen Eltern. Von Freundinnen, die ihre Eltern zitieren, oder von Eltern, die wiederum ihre Eltern zitieren. Offenbar ist es ein Generationen-Ding: Die Jüngeren legen den Älteren ans Herz, sich zu ändern, nur einen Millimeter von alten Mustern abzurücken, doch die Älteren entziehen sich: Selbst, wenn ich wollte – es geht ja gar nicht. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.