Zeit 24.03.2026
12:48 Uhr

(+) Kindergeld für Alleinerziehende: Wie der Staat Alleinerziehende bestraft


Rund 850.000 Kinder bekommen kein Kindergeld – weil der Staat an einer veralteten Unterhaltsregelung festhält. Doch nun wächst der Druck auf die Familienministerin.

(+) Kindergeld für Alleinerziehende: Wie der Staat Alleinerziehende bestraft
Manchmal sind sich alle einig, dass eine Vorschrift extrem unfair ist. Und trotzdem ändert sie niemand. Jene, die weiter benachteiligt werden, können nur rätseln, warum. Andere Prioritäten? Oder schlichtweg Desinteresse? So geht es vielen Alleinerziehenden schon seit Langem: Zwar wird in Wahl- und Regierungsprogrammen gleich welcher Couleur immer wieder beteuert, sich um ihre Situation zu kümmern, sie zu entlasten und zu unterstützen. Doch am Ende geschieht: wenig bis nichts. Die bis dato unveränderte Ungerechtigkeit: Während das Kindergeld für die meisten Familien die selbstverständlichste staatliche Leistung überhaupt ist, bekommt ein großer Teil der Alleinerziehenden nichts davon ausgezahlt. Die Regelung gilt seit 2008 und betrifft all jene, bei denen der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Sie betrifft jedes dritte Kind von Alleinerziehenden. In diesen Fällen springt der Staat ein und zahlt einen sogenannten Unterhaltsvorschuss. Das Kindergeld zieht er davon dann allerdings wieder ab. Nicht zur Hälfte wie bei regulären Unterhaltszahlungen, sondern komplett. Heißt: Kinder von Alleinerziehenden, die Unterhalt bekommen, erhalten: 129,50 Euro Kindergeld im Monat. Kinder, die einen Unterhaltsvorschuss bekommen, erhalten: 0 Euro Kindergeld im Monat.