Zeit 01.10.2026
17:48 Uhr

(+) Ingeborg-Bachmann-Preis: Ist das ein Literaturskandal?


Oder eine viel größere, jahrtausendealte Diskussion über gute Texte? Anmerkungen zum Eklat in der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises

(+) Ingeborg-Bachmann-Preis: Ist das ein Literaturskandal?
Da sind wir wieder, back in the game, zurück im Ring: »Ob ein literarisches Werk gut oder schlecht ist, kann man objektiv feststellen«, sagte der Schriftsteller Philipp Tingler kürzlich in einem Interview mit dem Spiegel, und schon befanden wir uns in einer Debatte, die sich seit Jahren, ach was, seit Jahrtausenden wiederholt, die so alt ist wie die Literaturkritik selbst, da geht es um Ästhetik und Moral, um Identität und Sprache, diesmal aufgehangen am: Ingeborg-Bachmann-Preis. Jedes Jahr lädt eine Jury vierzehn Autorinnen und Autoren zu diesem Wettbewerb nach Klagenfurt ein, wo sie ihre Beiträge lesen und die Jurymitglieder dann öffentlich darüber diskutieren – manchmal harsch, oft sehr unterhaltsam. Es ist eine im ORF livegestreamte Aushandlung dessen, was der beste Text ist, und wer am meisten Punkte von der Jury erhält, gewinnt den Bachmannpreis. Philipp Tingler war sieben Jahre Juror, bevor er im Juli zurücktrat. Aus Protest, sagte er nun – gegen die Ernennung von Insa Wilke als neue Juryvorsitzende.