|
25.03.2026
07:35 Uhr
|
In seinen Gemälden entlarvte Harald Duwe die Wohlstandsgesellschaft. Anfangs wollte das niemand sehen. Jetzt würdigen ihn zwei Ausstellungen in Hamburg und Kiel.

Ende der Sechzigerjahre löste sich die Kunst in Luft auf. Bis dahin bestand ein Kunstwerk oft aus Farbpigmenten auf Leinwand. Doch nun gab es Werke, die aus wenig mehr als Bewegungen bestanden, das nannte man Aktionskunst. Andere waren bloße Ideen, mit Schreibmaschine auf Papier getippt: Konzeptkunst. Es vollzog sich die "Entmaterialisierung der Kunst", wie man es damals nannte. Wer nicht ganz vom Material lassen wollte, stellte lackierte Bleche, Stahlplatten und andere industriell gefertigte Bauteile aus (man sprach dann von Minimal Art), grub die Landschaft um (Land Art) oder experimentierte mit Unterhaltungselektronik (Videokunst). Nur eines war nicht mehr gefragt: Farbpigmente auf Leinwand. Wer daran festhielt, war hoffnungslos aus der Zeit gefallen. So wie Harald Duwe.