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26.03.2026
16:38 Uhr
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Bohren, Verschiffen, Verdienen, Verbrauchen: Ein altes Gesellschaftsspiel liegt plötzlich am Straßenrand. Es geht um fossile Energien. Spielen wir es noch einmal.

Vor Kurzem lag in einer dieser Zu-verschenken-Kisten am Straßenrand ein lädierter alter Bekannter, aussortiert. Ein bunter Pappkarton, mit Bohrwinde und Öltanker auf dem Cover, schwitzenden Männern mit Helm: das Gesellschaftsspiel Öl für uns alle. Ein Gefährte der 70er-Jahre, wie es auch die Spiele Risiko oder Monopoly waren. Die Erstausgabe dieses Spiels gab es, vom Mineralölunternehmen BP freundlich gefördert, bereits 1960, auf dem Cover noch nackte Oberkörper, und einer trug Turban. Hier in der Verschenke-Kiste aber lag nun die vertraute Auflage von 1976. Sie war damals neu erschienen, leicht überarbeitet nach der Ölkrise drei Jahre zuvor mit ihren schönen autofreien Sonntagen ("Am Fußgänger-Sonntag blieb Hamburg gelassen", Abendblatt vom 26.11.1973) – und nach dem Bericht des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums. Die Gesellschaft wusste nun genug über den energetischen Engpass zum Wohlstand, um an jedem Küchentisch ein Gesellschaftsspiel draus zu machen.