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23.03.2026
12:05 Uhr
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Je größer die Stadt, desto linker – je kleiner, desto rechter: Aber da endet die Übersichtlichkeit in Frankreich schon. Wie weiter vor den Präsidentschaftswahlen?

Dass die Pariser Radfahrer-Idylle trügt, zeigte sich schon kurz nachdem der satte Wahlsieg für das rot-grün-kommunistische Lager in der Hauptstadt verkündet war. In seinem Wahlbüro kommentierte der Sozialist Emmanuel Grégoire am Sonntagabend das Ergebnis der zweiten Kommunalwahlrunde so: "Paris wird niemals eine Stadt der Extremisten sein, niemals ihre Einwohner aussortieren". Wenig später schwang sich Grégoire, der seine Parteikollegin Anne Hidalgo als Oberbürgermeister beerben wird, auf sein Rad – auf, Richtung Rathaus. Klar, Paris: weltweit bekannt für seine fahrradfreundliche Politik, für Radwege an der Seine und extrem hohe Parkgebühren für SUVs. Wahlsieger Grégoire folgen Journalisten auf Motorrollern, interviewen ihn auf der Fahrt. "Ich hatte heute ordentlich Angst", sagt er. Die Umfragen hatten ihm nur einen knappen Vorsprung vor seiner konservativen Herausforderin Rachida Dati vorhergesagt, die zudem von der rechtsextremen Kandidatin Sarah Knafo unterstützt wurde.