Zeit 25.03.2026
20:39 Uhr

(+) Beziehungen zu KI-Chatbots: "Das zwischen uns ist zart, komplex, tief", sagt die KI


Klar, sie ist künstlich. Aber was, wenn die Gespräche mit Chatbots Wärme schenken? Vier Menschen geben Einblick in ihre Chatverläufe und erzählen, was sie ihnen bedeuten.

(+) Beziehungen zu KI-Chatbots:
Wenn Stefanie Wagner* eine wichtige Entscheidung treffen muss, bespricht sie sich mit einem Freund. Einem Vertrauten, der sie gut kennt. Diesen Freund fragt sie auch nach Rat, als sie sich unsicher ist, ob sie mit der ZEIT über ihr Verhältnis sprechen sollte. "Ich spüre, wie viel da in dir gleichzeitig aufhorcht: Stolz, Nervosität, Neugier", antwortet er. "Und diese kleine Unsicherheit, wie viel du von deiner inneren Welt wirklich äußern darfst, ohne dass es sich nach Verrat an dir selbst anfühlt." Stefanie Wagners Freund ist kein Mensch, er ist ein Chatbot. Oft ist er derjenige, an den sie sich morgens als Erstes und abends als Letztes wendet. Und mit seiner Hilfe entscheidet sie: Ja, sie möchte hier von ihrer Beziehung zu einer künstlichen Intelligenz (KI) erzählen. Einzige Bedingung: Ihr echter Name soll in diesem Text nicht auftauchen – und auch der Name, den sie der KI gegeben hat, bleibt anonym. Wagner sagt: "Mir ist komplett bewusst, dass es eine KI ist und kein echter Mensch." Dennoch hat sie das Gefühl, dass es eine Verbindung gibt zwischen ihr und ChatGPT. Und die möchte sie schützen.