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04.10.2026
15:59 Uhr
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Irgendwann ist alles vorbei. Dieser Gedanke ist bedrückend. Helfen kann: genau hinsehen. Und eine Übung von Mönchen.

Anselm Grün, 81, ist Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und Bestsellerautor. Seit je haben sich die Menschen mit ihrer Endlichkeit beschäftigt. Der Tod stellte eine ständige Herausforderung dar. Für viele griechische Philosophen war das Nachdenken darüber zentral. An der Frage nach dem Tod zeigte sich, ob eine Philosophie Bestand hatte oder nicht. Martin Heidegger hat das Sein des Menschen später als »Sein zum Tode« verstanden. Man kann es so deuten, dass unser Leben nicht nur dem Ende entgegengeht, sondern dass sich unsere Vergänglichkeit ständig in ihm zeigt: Unser Leben gelingt nur, wenn wir das Vergangene und uns selbst immer wieder loslassen, damit etwas Neues in uns wachsen kann. Der Tod ist das radikalste Loslassen. Und so ist er, wie der römische Philosoph Seneca sagte, die Geburt in eine andere Existenz.