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16.08.2026
15:56 Uhr
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Die Rentnerin Roswitha Strauß sammelt in München Pfandflaschen. Sie erlebt das, wovor viele Angst haben: Armut im Alter.

Wenn der morgendliche Berufsverkehr am Münchner Ostbahnhof abebbt, legt Roswitha Strauß los. Auf Gleis 1 leuchtet die 79-Jährige mit ihrer Taschenlampe in einen Abfalleimer. Mit den Fingerspitzen zieht sie die Mülltüte nach oben, damit sie nicht so tief hineingreifen muss in den Wust aus einer Windel, einem angebissenen Apfel, einer Bananenschale und einem verschmierten Kaffeebecher. Gegen den Schmutz hat sie einen Handschuh an, aus dem die Finger herausschauen – für den besseren Halt. Neben Strauß wartet ein Mann im Anzug auf die Bahn, er blickt kurz aus dem Augenwinkel herüber. Strauß hebt eine Bierflasche aus dem Eimer und packt sie in eine der drei Plastiktüten, die sie in der linken Hand trägt: eine für PET-Flaschen und Dosen, eine für die schweren Glasflaschen, eine für ihre persönlichen Gegenstände.