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26.03.2026
14:49 Uhr
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Der Filmemacher Alexander Kluge ist tot. In diesem Interview aus dem vergangenen Dezember sprach er noch einmal über seine Suche nach Worten für das Unaussprechliche.

Alexander Kluge ist am 25. März gestorben, das teilte sein Verlag Suhrkamp mit. In diesem Interview aus dem vergangenen Dezember äußerte sich Kluge zuletzt ausführlich zum Weltgeschehen. Es war seine vorletzte Unterhaltung mit der ZEIT: Mitte März erinnerte er sich im Gespräch mit Peter Neumann an seinen jahrzehntelangen Freund Jürgen Habermas, der zwölf Tage vor Kluge gestorben ist. DIE ZEIT: Herr Kluge, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Sand kein Element, sondern ein Zustand sei. Was meinen Sie damit? Alexander Kluge: Sand ist ein eigenartiges Ding. Ich habe das erst richtig entdeckt, als ich mich an einer Ausstellung des Künstlers Thomas Demand in Paris beteiligte. Die Ausstellung hatte den Titel Sand der Zeit. Dabei fiel mir auf: Man sagt ja, auf Sand könne man nichts bauen – er gibt nach, er gehorcht nicht. Und doch ist er unglaublich beständig. Sand ist Millionen Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Meer, wird zu Gestein verdichtet, von Flüssen abgeschliffen und kehrt wieder zurück ins Meer. Die Körner selbst verändern sich kaum, sie bleiben, was sie sind.