Zigaretten dürften in den kommenden Jahren in Deutschland deutlich teurer werden. Der Bundestag stimmte für eine Gesetzesnovelle, mit der die Tabaksteuer in den kommenden Jahren schrittweise angehoben wird. Dafür reichten die Stimmen der Koalitionsfraktionen aus Union und SPD. Da diese Steuererhebung an die Kunden weitergereicht wird, steigt der Preis voraussichtlich von derzeit gut acht Euro pro 20er-Zigarettenpackung auf knapp zwölf Euro im Jahr 2030. Auch Feinschnitt – also Zigaretten zum Selbstdrehen – wird deutlich teurer als derzeit. Zwölf Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen Der Bund hofft auf zusätzliche Steuereinnahmen von rund 12 Milliarden Euro binnen vier Jahren. Daran hat die Tabakbranche aber Zweifel – sie befürchtet, dass Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen und legale Händler Einbußen erleiden. In Deutschland greifen Millionen Menschen zur Tabakzigarette. Der Mikrozensus 2025 kam auf einen Raucheranteil von 19 Prozent der Ab-15-Jährigen. Die Bundesregierung hat die Gesetzesnovelle mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz begründet. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum starben im Jahr 2023 rund 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen. Gesundheitsexperten halten höhere Preise für eine effektive Maßnahme, um Raucher zum Rauchstopp zu bewegen. Bundesrat muss noch zustimmen Das Gesetzgebungsverfahren zur Tabaksteuer endet am Freitag im Bundesrat. Die Länderkammer hat die Möglichkeit zum Einspruch gegen die Gesetzesnovelle, dies deutet sich bisher aber nicht an. Daher wird damit gerechnet, dass der Bundesrat das Vorhaben billigt und die Steueranhebung damit beschlossene Sache ist. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), befürwortet die vom Bundestag auf den Weg gebrachte Erhöhung der Tabaksteuer. „Rauchen kostet in Deutschland jedes Jahr rund 131.000 Menschen das Leben und unsere Gesellschaft fast 100 Milliarden Euro“, sagte Streeck der „Rheinischen Post“. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO müsste eine Schachtel Zigaretten sogar „rund 23 Euro kosten, damit die Steuer diese Folgekosten deckt“. Gleichwohl zeigte sich der Drogenbeauftragte zufrieden mit der nun beschlossenen Erhöhung. Es sei gut, dass Rauchen „jetzt deutlich teurer“ werde, so Streeck. „Die meisten Raucher fangen als Jugendliche an, und in diesem Alter wirkt ein höherer Preis am stärksten, weil sich die Sucht noch nicht festgesetzt hat.“