Neun Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya haben Rettungskräfte in Nepal zwei Arbeiter lebend aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks geborgen. Es handle sich um einen 30-Jährigen und einen 45-Jährigen, teilte die Armee mit. Auch der Betreiber der Anlage Trishuli 3A bestätigte die Rettung. Beide Männer würden nach Kathmandu geflogen, sagte ein Sprecher. Ihr Zustand sei nach ersten Eindrücken stabil. „Ich kann nicht erklären, was wir gerade empfinden“, sagte Amir Maharjan der Nachrichtenagentur AP am Freitag. „Wir sind Gott einfach dankbar.“ Die Familie sei auf dem Weg ins Krankenhaus, um seinen Bruder zu sehen. Der Verband unabhängiger Stromerzeuger in Nepal geht von 557 vermissten Arbeitern an dem Wasserkraftprojekt aus. Etwa 115 von ihnen könnten sich nach Verbandsangaben im Haupttunnel des Projekts befinden. Rettungskräfte glauben, dass es noch immer eine Chance gibt, dort weitere Überlebende zu finden. Die Sturzflut aus dem Gletschergebiet im Himalaya hatte zahlreiche Wasserkraftanlagen verwüstet, von denen sich einige noch im Bau befanden. Es werden noch Hunderte Arbeiter vermisst, die in den Tunnelsystemen der Anlagen vermutet werden. Bei der Katastrophe kamen in Nepal und Tibet aktuellen Angaben zufolge mehr als 1300 Menschen ums Leben, die Zahl der Vermissten geht in die Tausende.