Ein großer Waldbrand bedroht die Gemeinde Hürtgenwald im nordrhein-westfälischen Kreis Düren. Seit Donnerstagnachmittag stehen hier etwa 25 Hektar Wald in Flammen. Gut 1800 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“. Die Lage hat sich deutlich verschärft. Das Feuer sei am Morgen nur noch rund 200 Meter vom Ortsteil Gey entfernt, zitiert der WDR eine Sprecherin des Kreises Düren. In der Nacht waren die Flammen noch etwa 500 Meter entfernt. Dann habe sich der Wind gedreht, sagte eine Sprecherin der Gemeinde Hürtgenwald. Die Feuerwehr habe daher kurz vor 4 Uhr die Evakuierung des Ortsteils angeordnet. Mittlerweile hätten alle Bewohner des Gemeindeteils ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren am Morgen mit. Mittlerweile hat sich die Lage bei Hürtgenwald nach Angaben der örtlichen Behörden stabilisiert. Zusätzliche Evakuierungen seien nach seiner Einschätzung „erstmal“ nicht nötig, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolte. Das gelte auf jeden Fall, solange der Wind nicht auffrische. Laut Nolten kommt es inzwischen vor allem darauf an, das Feuer entlang der Flanken einzudämmen und heiße Glutnester im Boden zu bekämpfen. Im zentralen Bereich des Feuers sei alles „heruntergebrannt“, sagte er. Der Einsatz werde aber noch dauern. „Wir sind noch lange nicht durch.“ Nach wie vor gilt: Menschen sollen die Bereiche Kleinhau, Gey und die L25 meiden. Die B399, die entlang des betroffenen Waldstücks verläuft, ist zudem für den Verkehr gesperrt. Die Bewohner mehrerer Stadtteile Dürens sollen sofort geschlossene Räume aufsuchen. Wegen des Brands im Hürtgenwald komme es zu Rauchniederschlag, teilte der Kreis Düren mit. Gesundheitliche Beeinträchtigungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Aufforderung gilt für die Stadtteile Gürzenich, Derichsweiler, Rölsdorf, Birgel, Lendersdorf, Konzendorf, Echtz, Mariaweiler, Merken und Berzbuir. „Bitte begeben Sie sich in dem betroffenen Bereich sofort in geschlossene Räume“, forderte der Kreis auf. Hubschrauber im Einsatz Rund 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen den Waldbrand. Fünf Hubschrauber aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz. Zudem werden zwei Löschhubschrauber eingesetzt. Dazu seien vormittags zunächst zwei Maschinen vom Typ NH-90 von Faßberg in Niedersachsen gestartet, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin. Die Transporthubschrauber sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden. Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen. Ein Pressesprecher der Polizei bestätigt dem WDR (verlinkt auf https://www1.wdr.de/nrw/aachen-eifel/waldbrand-breitet-sich-aus-evakuierung-von-huertgenwald-gey-100.html) , dass ein Panzer der Bundeswehr die Wege für Einsatzkräfte im Wald freiräumt. Auf einem Foto der Nachrichtenagentur dpa sind zwei Räumungspanzer zu sehen. Wegen der sich zuspitzenden Lage ist der Krisenstab des Kreises Düren einberufen worden. Er soll die aktuelle Lage bewerten und das weitere Vorgehen besprechen. Nach Angaben der Gemeinde ist auch der Ortsteil Großhau durch die Flammen gefährdet. Eine Evakuierungsaufforderung gibt es dort bislang nicht. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens, nahe der Grenze zu Belgien. Im Ortsteil Gey leben gut 1800 Menschen, Großhau hat gut 500 Einwohner. Insgesamt leben in der Gemeinde in der Eifel knapp 9000 Menschen. Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.