Welt 28.03.2026
14:10 Uhr

Wal erneut gestrandet – Wasserschutzpolizei sieht nur noch geringere Überlebenschancen


Seit Tagen bangen Experten um den Wal in der Ostsee. Nachdem sich das Tier vor Timmendorfer Strand selbst befreien konnte, ist er nun erneut gestrandet – diesmal in der Wismar-Bucht.

Wal erneut gestrandet – Wasserschutzpolizei sieht nur noch geringere Überlebenschancen

Der vor Timmendorfer Strand freigekommene Buckelwal ist erneut gestrandet. Der Meeressäuger liegt nun auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht südöstlich der unbewohnten Insel Walfisch, wie eine Greenpeace-Sprecherin bestätigte. Das Tier atme, die Lage werde nun von Experten vor Ort bewertet. „Nachdem er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte, wurde der Wal heute am Mittag in der Wismarbucht in der Nähe der Insel Walfisch erneut gesichtet“, bestätigte auch ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums. „Der Wal hat seit längerer Zeit seine Position im flachen Wasser der Wismarbucht nicht verändert.“ „Der Wal ist erneut gestrandet“, schreibt der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann, der das Tier während der ersten Rettungsaktion über mehrere Stunden betreut hat, in seiner Instagram-Story. „Das hielt ich von Anfang an für das wahrscheinlichste Szenario.“ Neben der Wasserschutzpolizei aus Wismar und Rostock sind Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sowie der Naturschutzorganisation Greenpeace auf dem Wasser und an Land im Einsatz, um im Notfall helfen zu können. Die Wismarer Bucht liegt östlich von Boltenhagen, wo das Tier am späten Freitagnachmittag zuletzt gesichtet worden war. Der Wal ist demnach noch einmal von der Route abgewichen, die ihm den Weg in die Freiheit eröffnen würde. Der gestrandete Buckelwal liegt laut den „ Lübecker Nachrichten (verlinkt auf https://www.ln-online.de/lokales/ostholstein/wal-rettung-in-ostsee-live-so-ist-die-lage-vor-timmendorfer-strand-mit-bildern-und-videos-7D6CVA64KRAR7BNXN2AI7PFHU4.html) “ diesmal in deutlich tieferem Wasser als noch vor zwei Tagen in Schleswig-Holstein. Er bewegt sich und ist recht aktiv. Negativ ist laut dem Meeresschutzexperten von Greenpeace Thilo Maack jedoch zu bewerten, dass die Haut des Wals sehr schlecht aussieht. Tiefes Wasser macht Experten Hoffnung Seine Hoffnung ist demnach, dass das Tier die Nacht nutzen könnte, um sich freizuschwimmen. „Das Wasser wäre jedenfalls tief genug.“ Wenn der Wal über Nacht an der Stelle liegen bleiben sollte, würde man morgen versuchen, ihn zu animieren, sich aus der Flachwasserzone zu befreien. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) dankte allen Kräften, die sich „zu Wasser und zu Lande“ an der Suche beteiligten. „Meine Hoffnung, dass der Wal auf Nahrungssuche den Fischschwärmen folgt und seinen Weg zurück in die Nordsee und den Atlantik findet, wurde leider bisher leider nicht erfüllt“, erklärte Backhaus. „Ich bitte darum, das sicher geschwächte und gestresste Tier möglichst in Ruhe zu lassen, damit sich sein Zustand nicht weiter verschlechtert.“ Fachleute vor Ort würden „der Situation angepasst entscheiden, was zu tun ist“. Polizeioberkommissar Holger Kraus von der Wasserschutzpolizei in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) rechnet dem Tier nur noch geringe Überlebenschancen zu. „Während meiner Dienstjahre hatte ich mit zwei oder drei Walen dieser Größenordnung zu tun, die sich zu uns verirrt hatten. Überlebt hat leider keiner“, sagte er zu „Bild“. Seit 30 Jahren überwacht Kraus die Ostsee. „Man weiß nie. Vielleicht klappt es ja diesmal.“ Der Buckelwal war am Montagmorgen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69c61959af187d606b814855/ostsee-wal-sucht-weg-aus-der-bucht-kuestenwache-begleitet-das-tier-dann-wird-es-wieder-gefaehrlich.html) zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht selbst von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne freigeschwommen. Am Freitagnachmittag schwamm der Buckelwal im Zickzack vor der mecklenburgischen Küste, wie eine Greenpeace-Sprecherin sagte. Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace begleiteten ihn mit Schlauchbooten. Nach mehreren Stunden beendeten sie die Beobachtung dann aber. Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.