Welt 22.03.2026
12:12 Uhr

Unbekannte legen Betonplatten auf Schienen – Regionalzug kann nicht mehr bremsen


In NRW ist es fast zu einem schweren Bahnunglück gekommen: Bei Kamen haben Unbekannte Betonplatten aus einem Kabelschacht entfernt und absichtlich auf die Gleise gelegt, ein Regionalzug stieß mit ihnen zusammen. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Unbekannte legen Betonplatten auf Schienen – Regionalzug kann nicht mehr bremsen

Ein Regionalexpress ist im Ruhrgebiet mit auf den Gleisen abgelegten Betonplatten kollidiert. Verletzte gab es bei dem Zusammenstoß in der Nacht zum Sonntag keine, die Polizei schließt aber einen politischen Hintergrund der gefährlichen Aktion nicht aus. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet und ermittelt nun. Der Zug der war Polizei-Angaben zufolge auf dem Weg von Aachen nach Hamm (Westfalen). Zwischen Kamen-Methler und dem Bahnhof Kamen habe der Lokführer plötzlich Gegenstände auf den Gleisen entdeckt. Der Mann leitete eine Notbremsung ein, konnte einen Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern. Nach der Kollision war der Regionalexpress nicht mehr fahrbereit. Die insgesamt 309 Passagiere konnten mit einem Ersatzzug ihre Reise fortsetzen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass ein oder mehrere Täter mutwillig mehrere Betonplatten und eine Metallstange auf die Gleise gelegt hatten. Die Platten seien zuvor von einem Kabelschacht neben der Bahnstrecke entfernt worden. Der Tatort befinde sich in der Nähe einer Unterführung. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Sie sucht nach Zeugen, die etwa verdächtige Personen an der Bahnstrecke gesehen haben könnten. Anschläge auf Bahnstrecken häufen sich In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Anschläge auf Bahnstrecken gegeben. Erst vor einer Woche hat eine S-Bahn in München mit rund 200 Fahrgästen mehrere Betonplatten überfahren, die auf den Gleisen lagen. Nach Angaben des Lokführers war der Schlag am Fahrzeug so heftig, dass die Räder des vorderen Drehgestells kurzzeitig abhoben, wie die Bundespolizei mitteilte. Der 45-Jährige habe am Samstagabend sofort eine Schnellbremsung eingeleitet und einen Notruf abgesetzt. Verletzt wurde niemand. Die Bundespolizei stellte elf Betonplatten mit einer Größe von etwa 50 mal 40 Zentimetern sicher. Demnach wogen die Platten je 20 Kilogramm und stammten von einer Kabelschachtabdeckung. Im August 2025 wurde auf die wichtige Nord-Süd-Strecke in NRW in Düsseldorf ein Brandanschlag verübt. Zudem wurde ein zweiter Brandschaden bei einer Begehung der Strecke am Freitag rund zwei Kilometer entfernt entdeckt worden. Die Polizei ging ebenfalls von Sabotage aus. Auf der linken Plattform Indymedia wurde damals in Bekennerschreiben veröffentlicht. Ein „Kommando Angry Birds“ reklamierte darin die Taten für sich. Nur vier Wochen später wurden auf derselben Strecke in einem Kabelschacht sämtliche Leitungen mit einem Trennschleifer durchtrennt (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article68d0f1af4a958e24fe6bd91e/Bahn-Pendler-Strecke-Koeln-Duesseldorf-lahmgelegt-Polizei-geht-von-Sabotage-aus.html) .