Welt 29.03.2026
08:25 Uhr

„Überall lagen Fossilien – so etwas habe ich in keiner anderen Höhle gesehen“


In einer Höhle in Texas machen Forscher eine ungewöhnliche Entdeckung: Fossilien von Eiszeittieren, die dort bislang nie nachgewiesen wurden. Welche Tiere entdeckt wurden und warum der Fund bisherige Erkenntnisse infrage stellt.

„Überall lagen Fossilien – so etwas habe ich in keiner anderen Höhle gesehen“
Kimi Antonelli übt sich schon an den Gesten der Großen, seinen Sieg in Suzuka feiert der Mercedes-Pilot im Stile des achtmaligen Sprint-Olympiasiegers Usain Bolt. Jakub Porzycki/Reuters

Forscher haben in einer Höhle im US-Bundesstaat Texas uralte Fossilien entdeckt. Die Knochen stammen offenbar von Tieren aus der Eiszeit, die vor etwa 100.000 Jahren lebten. Darunter sind Überreste einer Riesenschildkröte und eines Gürteltierverwandten namens Pampathere, der etwa die Größe eines Löwen erreichte. Zu den weiteren bemerkenswerten Funden zählen die Kralle eines Riesenfaultiers sowie Knochen von Säbelzahnkatzen, Kamelen und Mastodonten (Mammut). Auf die Fundstätte stießen die Wissenschaftler in einem Bach, der durch die Höhle fließt. „Überall lagen Fossilien – so etwas habe ich in keiner anderen Höhle gesehen“, wird John Moretti in einer Mitteilung zitiert. „Überall auf dem Boden lagen Knochen.“ Wasserhöhlen fungieren als Kanäle für unterirdische Bäche und sind zentrale Durchgänge für Grundwasser in Zentraltexas. Höhlenforscher beschreiben sie seit Langem als besonders fossilienreich. Die Knochen gelangten vermutlich vor Tausenden von Jahren durch Dolinen infolge von Erosion und Überschwemmungen in die Höhle – und blieben dort erhalten. Dolinen – manchmal auch Erdfälle genannt – entstehen durch langsame Auflösung des Kalksteins im Untergrund oder durch den Einsturz eines Hohlraums. Moretti zufolge gibt es Hinweise darauf, dass die Fossilien aus der letzten Zwischeneiszeit stammen könnten – einer Warmphase vor etwa 100.000 Jahren innerhalb der letzten Eiszeit. Das wäre bemerkenswert: Trotz jahrzehntelanger paläontologischer Forschung wurden in Zentraltexas bislang keine Funde aus dieser Zeit gemacht. Auffällig ist zudem der Zustand der Fossilien: Sie sind glatt geschliffen, abgerundet und weisen eine ähnliche rostrote Mineralisierung auf. Das deutet darauf hin, dass sie zur selben Zeit in die Höhle gespült wurden. Eine genaue Datierung ist jedoch schwierig, da geeignetes geologisches Material fehlt, das etwa Radiokohlenstoffanalysen ermöglichen würde. „Diese Fundstätte eröffnet uns neue Perspektiven – und das ist angesichts der bisherigen Forschung in dieser Region von großer Bedeutung“, sagte er. „Sollte sie tatsächlich aus einer Warmzeit stammen, eröffnet sie ein neues Fenster in eine Landschaft, Umwelt und Tierwelt, die wir in diesem Teil von Texas bislang nicht kannten.“ Die Tierfunde stützen diese Annahme: Riesenfaultiere und Mastodonten lebten in bewaldeten Gebieten, während Riesenschildkröten und Pampatheren auf hohe Temperaturen angewiesen waren. Solche Bedingungen könnten in Zwischeneiszeiten gleichzeitig geherrscht haben. Während der kühleren Eiszeiten hingegen war Zentraltexas überwiegend von Graslandschaften geprägt. Hinzu kommt, dass die Fossilien aus der Bender’s Cave deutliche Parallelen zu Fundstätten im Raum Dallas und an der Golfküste aufweisen, die eindeutig der letzten Warmzeit zugeordnet werden. Auch dort wurden Überreste von Riesenschildkröten, Pampatheren und Riesenfaultieren gefunden. Eine statistische Analyse bestätigte diesen Zusammenhang: Die Fossilien aus der Bender’s Cave gruppieren sich eher mit Warmzeit-Fundstätten als mit anderen Fundorten in Zentraltexas.