Welt 27.03.2026
06:52 Uhr

„Über Nacht ist er komplett verschwunden“ – Wal hat sich von Sandbank befreit


Nach tagelangen Rettungsversuchen kommt der Wal vor Timmendorfer Strand frei. Unterstützt hat ihn eine von Baggern geschaffene Rinne. Laut einem Meeresbiologen ist das Tier noch nicht in Sicherheit.

„Über Nacht ist er komplett verschwunden“ – Wal hat sich von Sandbank befreit

Seit Tagen saß ein Buckelwal auf einer Sandbank in der Ostsee vor dem Timmendorfer Strand fest, jetzt konnte er sich in der Nacht zum Freitag befreien. Er konnte mit Hilfe einer Rinne, die ein Schwimmbagger ausgegraben hatte, ins tiefere Wasser schwimmen, wie der Biologe Robert Marc Lehmann sagte. Lehmann war am Vortag zu dem Wal geschnorchelt und hatte versucht, ihn durch die Rinne zu leiten. Nun komme es darauf an, dass der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger im offenen Wasser bleibt und möglichst in die Nordsee schwimmt. Noch sei er nicht in Sicherheit, betonte Lehmann. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik. Wie es dem Tier geht, ist unklar. Der Buckelwal schwimmt laut Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung derzeit in der Lübecker Bucht. Er sei weiter draußen in der Bucht gesichtet worden, sagte sie. Am Donnerstagabend sei der Wal in Bewegung gekommen, habe sich einige Meter bewegt, sagte WELT-Reporter Peter Will, der die Lage beobachtete, am Morgen. „Jetzt über Nacht ist er komplett verschwunden.“ Tagelanger Rettungseinsatz für den Wal Der Wal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Tagelang wurde versucht, das Tier zu befreien. So war etwa am Dienstag ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Am Donnerstag wurde mit einem Schwimmbagger eine Rinne ausgehoben. Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch diese Rinne gekämpft. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen. Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren – durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, als die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen wurde.