Welt 05.06.2026
06:02 Uhr

Strack-Zimmermann bezeichnet Merkels CDU-Kurs als „Todsünde“


Rechts von der Union dürfe es keinen politischen Raum geben, sagt FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Doch genau das habe die Ex-CDU-Chefin Merkel zugelassen – ein Kurs, der „geradezu eine Todsünde“ sei. Auch zur Wahl Kubickis äußert sie sich.

Strack-Zimmermann bezeichnet Merkels CDU-Kurs als „Todsünde“

Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/marie-agnes-strack-zimmermann/) hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel im „Focus“-Podcast „Machtmenschen“ scharf kritisiert. Mit Blick auf das schwindende Vertrauen vieler Bürger in Parteien sagt sie, es sei „geradezu eine Todsünde“ gewesen, dass Merkel die CDU während ihrer Kanzlerschaft stark nach links geschoben habe. Nach Ansicht Strack-Zimmermanns darf es rechts von der Union keinen politischen Raum geben. Genau dort sei durch Merkels Kurs aber ein Vakuum entstanden. Das Argument, Merkel habe versucht, die Machtbasis der CDU nach links abzusichern, lässt Strack-Zimmermann nicht gelten. Man habe sich zu sehr auf die Menschen in Städten fokussiert und den ländlichen Raum vernachlässigt – etwa was Infrastruktur betrifft. Das habe viele Menschen frustriert. Strack-Zimmermann sieht darin auch einen Grund für den Aufstieg der AfD. „Das Gefährlichste ist Staatsversagen. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass die originären Aufgaben, für die es einen Staat gibt, nicht mehr funktionieren“, sagt sie im Podcast. Dass inzwischen gut 21 Prozent der Deutschen kein Vertrauen mehr in Parteien haben, bezeichnet Strack-Zimmermann als gefährlich. Das Problem sei selbstverschuldet, weil sich die Parteien inhaltlich zu wenig voneinander unterschieden. Strack-Zimmermann von Kubicki-Ergebnis überrascht Die FDP-Europaabgeordnete sprach zudem über die Abstimmung über den neuen Parteivorsitzenden (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a1aee3e411d40cd4c74cb8a/neuer-fdp-chef-kubicki-gewinnt-gegen-strack-zimmermann-afd-streit-praegt-parteitag.html) auf dem Parteitag vom Wochenende. Das Ergebnis habe sie überrascht: „Dass dadurch Wolfgang Kubicki unter 60 Prozent kam, das hätte ich nicht gedacht“, sagte sie. Auf die Frage nach ihrem persönlichen Minimalziel erklärt die FDP (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fdp/) -Politikerin, sie hätte bei einer so spontanen Abstimmung auch mit 20 Prozent leben können. Kubicki habe es gefordert, „dass einer rausgegangen ist, eine Frau rausgegangen ist, womit er nicht gerechnet hat.“ Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit mit Kubicki zeigte sich Strack-Zimmermann zuversichtlich. Beide verbinde das Ziel, die FDP wieder in den Bundestag zu führen. Ihr persönliches Verhältnis zu dem neuen Parteivorsitzenden sieht sie intakt, man könne schon miteinander. Sie selbst trinke zwar nicht gern Wein, aber: „Wenn ich jetzt Wolfgang Kubicki anrufe und sage, pass auf, wir trinken mal einen Grauburgunder, wird er mit Sicherheit ja sagen“, sagte sie.