Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Unter den drei Todesopfern im östlichen Vorort Browary sei auch ein Kind, schrieb das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“ unter Berufung auf Kiews Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Bei der Attacke seien auch zwei Erwachsene und ein Kind verletzt worden. Zudem wurden dem Bericht zufolge ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. In zwei Bezirken Kiews wurden nach einem Luftalarm Brände gemeldet. Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hörten mehrere heftige Explosionen. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz. Russland meldet Verletzte Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilski in der südrussischen Region Krasnodar sind örtlichen Behörden zufolge fünf Menschen verletzt worden. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen, teilten die Behörden mit. Zudem werden Drohnenangriffe auf eine Industrieanlage in der russischen Region Samara gemeldet, wie der dortige Gouverneur mitteilte. Das Unternehmen wurde nicht namentlich genannt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Ukraine fehlt Munition zur Raketenabwehr Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition. Ein Grund dafür: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt. In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch größere Not bringen könnten.