Welt 23.03.2026
12:00 Uhr

Rettungseinsatz für gestrandeten Wal an der Ostsee


Rettungskräfte versuchen vor Travemünde das Leben eines gestrandeten vermeintlichen Buckelwals zu retten. Der Einsatz sorgt für großes Aufsehen – denn Sichtungen der riesigen Meeressäuger in der Ostsee sind extrem selten.

Rettungseinsatz für gestrandeten Wal an der Ostsee
Ein Fußballtor ist auf in Erlangen auf einen siebenjährigen Jungen gestürtzt. Leonhard Simon

Ein Wal ist an der Ostseeküste in der Lübecker Bucht gestrandet. Das Tier wurde in der Nacht zu Montag im Wasser vor dem Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Es sei auf einer Art Sandbank gesichtet worden. Der Wal – bei dem es sich um einen Buckelwal handeln könnte – sei noch am Leben. Man wolle nun mit allen möglichen Mitteln versuchen, das Tier dorthin zu bringen, wo es wieder weiterschwimmen könne, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. „Das gestaltet sich natürlich schwierig.“ Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) aus Büsum seien hinzugebeten worden und auf dem Weg nach Niendorf. Sie könnten dann auch genauer sagen, um was für einen Wal es sich handelt. Es sei wichtig, dass sich Unbeteiligte dem Tier nicht nähern, um es nicht noch mehr zu stressen, sagte der Polizeisprecher. Weder aus der Luft, etwa mit einer Drohne, noch von Wasser- oder Landseite aus. Der entsprechende Bereich um den Niendorfer Hafen sei abgesperrt worden. Wal seit einiger Zeit in der Region gesichtet Es werde vermutet, dass es sich bei dem Wal um dasselbe Tier handelt, das bereits seit einiger Zeit immer wieder in der Ostsee gesichtet wird. Im Sommer gab es eine Sichtung vor Rügen. Anfang März wurde ein Großwal im Wismarer Hafen (Mecklenburg-Vorpommern) entdeckt. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Netz befreit, in dem er sich zuvor verfangen hatte. Am vergangenen Freitag wurde der Wal vor Travemünde von der Meeresschutzorganisation Sea Sheperd von weiteren Netzresten befreit, wie die Organisation mitgeteilt hatte. Sea Sheperd geht davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Eine Bestätigung gab es zunächst nicht. Buckelwale gehören zu den am weitesten wandernden Meeressäugern der Erde – kommen aber nur selten in die Ostsee. Die bis zu 30 Tonnen schweren Bartenwale sind eigentlich in den großen Ozeanen zu Hause, wo sie zwischen Nahrungsgebieten in kalten Gewässern und Paarungsarealen in tropischen Regionen pendeln. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, wenn ein einzelnes Tier – oder ein vermeintliches – wie nun vor Travemünde gesichtet wird.