Welt 24.03.2026
16:34 Uhr

Reinigungskraft misshandelt, gequält und verstümmelt – Polizei nimmt Familie fest


Schwere Misshandlungsvorwürfe gegen eine Familie aus Salzgitter: Eine Frau soll über Wochen brutal gequält worden sein. Gegen drei Verdächtige wurden Haftbefehle erlassen, die Ermittlungen laufen.

Reinigungskraft misshandelt, gequält und verstümmelt – Polizei nimmt Familie fest

Drei Mitglieder einer Familie aus Salzgitter sollen bei sich zu Hause eine Frau gequält haben. Das zuständige Amtsgericht habe Haftbefehle gegen die drei Personen erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage mit. Zuvor hatte der NDR (verlinkt auf https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/haftbefehl-familie-soll-putzhilfe-in-salzgitter-gefoltert-haben,salzgitter-136.html) über den Fall berichtet. Die Vorwürfe richten sich laut Staatsanwaltschaft gegen eine 62-jährige Frau, ihre 28-jährige Tochter sowie den 49-jährigen Ehemann der Mutter. Ihnen werde vorgeworfen, das 32-jährige Opfer über Wochen hinweg im häuslichen Bereich misshandelt zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hans Christian Wolters. Das 32-jährige Opfer soll laut den vorliegenden Unterlagen des NDR vorübergehend bei der Mutter und ihrer Tochter gelebt und aus Dankbarkeit Reinigungsarbeiten im Haushalt übernommen haben. Sowohl die Familie als auch die Haushaltshilfe sollen deutsche Staatsangehörige sein. Der 62-jährigen Mutter und ihrer 28-jährigen Tochter wird vorgeworfen, die Frau einzeln und teilweise gemeinsam schwer misshandelt, gequält und verstümmelt zu haben. Hintergrund soll gewesen sein, dass sie die Reinigungskraft dafür bestrafen wollten, dass sie wiederholt zu spät zur Arbeit erschien. So habe die Frau sich in zwei Fällen selbst mit einer Rohrzange mehrere Zähne ziehen müssen. Zudem sollen die Beschuldigten ihre Zunge auf ein Brett genagelt, ihren Bauch mit einem Bunsenbrenner verbrannt und sie mit einem Baseballschläger geschlagen haben. In einigen Fällen soll auch der Ehemann der Mutter an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein, wie der NDR berichtet. So soll er dem Opfer etwa mit einem Handy ins Gesicht geschlagen haben. Der 49-Jährige soll zudem Teile der Taten gefilmt haben – auf seinem Handy wurden mehrere Video- und Bilddateien gefunden, die dies belegen sollen. Den Angaben zufolge sei er mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung, und habe bereits mehrfach im Gefängnis gesessen. Weitere Details könnten wegen der gerade erst begonnenen Ermittlungen nicht mitgeteilt werden, hieß von der Strafverfolgungsbehörde weiter.