Welt 27.03.2026
13:52 Uhr

„Puta que pariu!“ – Sabalenka flucht jetzt aus Liebe


Die Nummer eins der Tenniswelt flucht neuerdings auf Portugiesisch. Die Belarussin Aryna Sabalenka sagt, es gebe keine bessere Sprache, um Wut rauszulassen. Ihr Exkurs hat mit Liebe zu tun und ist obendrein praktisch.

„Puta que pariu!“ – Sabalenka flucht jetzt aus Liebe

Wer auch in Zukunft die Belarussin Aryna Sabalenka über die Stadionmikrofone urplötzlich auf Portugiesisch fluchen hört, der sollte sich nicht wundern. Sie macht es aus Liebe. Anfang März hat der brasilianische Unternehmer Georgios Frangulis ihr einen Heiratsantrag gemacht und sich nicht lumpen lassen: Platinring mit zwölfkarätigem Diamanten. Die Überfliegerin der Tenniswelt (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/) ist auf Wolke sieben. Wenige Wochen später entfuhr es ihr dann. Beim Turnier in Indian Wells, das sie am Ende gewann, aber von dem in erster Linie diese Szene aus dem Halbfinale in Erinnerung blieb, fauchte sie: „Puta que pariu!“ Je nach Übersetzung bedeutet das „Verdammt noch mal“ oder „Verdammte Scheiße“. Immerhin war es nicht das davon abgeleitete „Vai para a puta que te pariu“, was im Portugiesischen in etwa „Geh zu der Hure, die dich geboren hat“ bedeutet. Ein Turnier weiter, diese Woche in Miami, sorgte sie für Aufklärung. Sie nutze seit rund 200 Tagen eine App, um die Sprache ihres Liebsten zu lernen. Sie mache Fortschritte und sei auf den Geschmack gekommen. „Oh mein Gott, das ist die schönste Sprache zum Fluchen, Leute. Ich liebe es“, schwärmte sie und berichtete auch von den Vorteilen. Schiedsrichter würden es nicht verstehen und sie deshalb nicht verwarnen. Im Tennis werden laut Reglement „hörbare Obszönitäten“ oder „verbale Beleidigungen“ nach viermaligem Vergehen in einem Match mit Disqualifikation bestraft. Erst gibt es eine Verwarnung, bei wiederholtem Fehltritt eine Punktstrafe, ist dann immer noch nicht Ruhe: Spielstrafe. Und wenn er oder sie dann weiterhin nicht an sich halten kann, kann er oder sie die Sachen packen. John McEnroe, König der Pöbler John McEnroe – natürlich – (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/plus246106960/Tennis-Ich-habe-die-Pfiffe-frueher-viel-mehr-verdient-als-Djokovic.html) war der erste Spieler, der 1990 bei den Australian Open disqualifiziert wurde. Der unerreichte König der Pöbler hatte den Schiedsrichter mit einem „Fick Deine Mutter“ bedacht, danach war das Match für ihn zu Ende. Gut in Erinnerung dürfte dem ein oder anderen auch der Zyprer Marcos Baghdatis geblieben sein, der 2012 bei den Australian Open bei einem Seitenwechsel gleich vier Schläger zertrümmerte, zwei waren sogar noch unbenutzt und in Plastikfolie eingepackt. Er wurde aber nur verwarnt. Und wenn wir schon dabei sind: Den handfestesten Fall lieferte wiederum wohl Jeff Taranago 1995 beim Turnier in Wimbledon (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/tennis/article69be8ab88f5761671715a99c/auf-sechs-plaetzen-wimbledon-fuehrt-umstrittenen-videobeweis-ein.html) im Verbund mit seiner Frau. Der US-Profi hatte sich mit Schiedsrichter und Publikum angelegt, beendete das Spiel dann, indem er einfach Schläger und Handtücher zusammenpackte und unter die Dusche verschwand. Seine Frau Benedicte lauerte unterdessen dem Schiedsrichter in den Katakomben auf und verpasste ihm zwei Ohrfeigen. Er habe „eine Lektion verdient“, sagte sie später aus. Neben einer Geldstrafe wurde Tarango erst für zwei Jahre von allen Grand-Slam-Turnieren verbannt, die Strafe wurde später aber auf ein Jahr Sperre in Wimbledon reduziert. Eventuell ist Sabalenkas Portugiesisch-Exkurs auf dem Platz auch vom prominentesten aktuellen Disqualifikations-Denkzettel beeinflusst. Den bekam 2024 der hitzköpfige Andrey Rublev i (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article238975975/Eklat-bei-French-Open-Andrey-Rublev-schiesst-einem-Helfer-die-Kappe-vom-Kopf.html) n Dubai verpasst. Er soll den Schiedsrichter als „Scheißidioten“ beschimpft haben. Auf Russisch.