A m vergangenen Sonntag ist Fortuna dramatisch in die 3. Liga abgestiegen (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article6a09e4efd61ccb85e64b2a16/fortuna-duesseldorf-polizisten-schuetzen-die-profis-nach-dem-abstieg-vor-den-eigenen-fans.html) – und seitdem bricht das tägliche Drama aus. Tränen-Abschied der Mannschaft, Tränen und Entsetzen wegen der anstehenden Entlassungen bei der Mitarbeiterversammlung, der Kader-Scherbenhaufen mit aktuell nur zehn Spielern unter Vertrag und, und, und. Doch erst jetzt ist der Höhepunkt – oder auch Tiefpunkt – erreicht. Fortuna wird nach Informationen der „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/sport/startseite/sport/sport-home-15479124.bild.html) an diesem Sonntag die Trennung von Sven Mislintat bekanntgeben, die schlussendlich auch einvernehmlich ist. Der Nachfolger von Klaus Allofs hatte den Plan, Fortuna komplett zu verändern, und das auch zwei Tage nach dem Abstieg (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article6a099e39c3a4b30c5691d66f/2-bundesliga-live-fuerth-schiesst-duesseldorf-in-liga-drei-elversberg-steigt-erstmals-auf.html) in einer Medienrunde angedeutet. Nach nur einem halben Jahr (im Dezember übernahm der Ex-Dortmunder für Allofs) ist auch Schluss, weil der 53 Jahre alte Mislintat erkannt hat, dass seine Vision offenbar nicht umsetzbar ist. Sein Nachfolger steht auch schon fest: Samir Arabi wird neuer Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf. Im März 2023 endete für den gebürtigen Aachener seine 12,5-jährige Amtszeit bei Arminia Bielefeld, seitdem war er ohne Job. Auf der Alm war der 47-Jährige erst sportlicher Leiter, dann Sport-Geschäftsführer. Er erlebte vier Aufstiege (dreimal von der 3. in die 2. Liga und einmal in die Bundesliga) und drei Abstiege. 2023 ging die Arminia-Legende, nachdem er selbst sein Aus vorgeschlagen hatte. Arabi war schon mal bei Fortuna Düsseldorf im Gespräch Seit der ersten Aufsichtsratssitzung nach dem Abstieg am Mittwoch hatte es bereits Gerüchte um ein mögliches Mislintat-Aus gegeben, seit einigen Tagen ist der Plan konkret und die Gespräche mit Arabi wurden aufgenommen. Eine Einigung war aus einem bestimmten Grund kein Problem, denn bereits im Winter war der Ex-Bielefelder dem Bericht der „Bild“ zufolge (verlinkt auf https://www.bild.de/) kurz davor, die Allofs-Nachfolge anzutreten, der Zuschlag ging aber an Mislintat. Mit einem halben Jahr Verspätung kommt Arabi nun doch und soll den Verein aufrichten, nachdem Mislintat zuletzt völlig zu Recht beschrieben hatte, wie katastrophal es um ihn steht. Nach dem Abstieg (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fortuna-duesseldorf/) hatte der Aufsichtsrat sofort Klub-Boss Alexander Jobst sein Vertrauen ausgesprochen und per Handschlag eine gemeinsame Drittliga-Zukunft beschlossen. Bei Mislintat gab es keinerlei Treuebekundungen, jetzt ist auch klar, warum. Übrigens: Auch mit Finanzvorstand Arnd Hovemann, dessen Vertrag nicht für die 3. Liga gültig ist, gab es dem Bericht der „Bild“ zufolge bislang keine Gespräche, ob er weitermachen darf oder nicht. Das Mislintat-Aus kommt trotzdem überraschend, er arbeitete bereits an neuen Verträgen für Florian Kastenmeier und Matthias Zimmermann, war mit Jorrit Hendrix auf einem sehr guten Weg, ihn zurück nach Düsseldorf zu holen. Seine Transfer-Vorarbeiten sind nun auf Eis gelegt, Arabi muss jetzt praktisch bei Null anfangen – und Fortuna verliert ganz wichtige Zeit, die sie nicht hat. Schon in einem Monat startet die Vorbereitung, von einer Mannschaft für Alexander Ende, der wohl trotz des Managerwechsels Trainer bleibt, ist Fortuna aber noch ganz weit entfernt. Warum also das Mislintat-Aus, das den Klub weiter zurückwirft? Sportlich gab es Kritik an den Manager-Entscheidungen: Die Trefferquote der Wintertransfers passte nicht und er hielt zu lange an Markus Anfang fest. Laut der „Bild“ wäre Mislintat rein aus sportlichen Gründen nicht geflogen, zumal er mit sieben abgeschlossenen Verträgen, die auch für die 3. Liga gültig sind, dafür sorgte, dass nun immerhin ein paar Spieler noch im Kader sind. Aus dem Klub heißt es, mehrere Personen bei Fortuna hätten sich seit dem Abstieg über den baldigen Ex-Manager beschwert, vor allem in der Mannschaft und im Umfeld des Teams habe sich Mislintat angeblich Feinde gemacht. Auch seine nach Fortuna-Meinung unstrukturierte Art passe vielen nicht, mit dem Aufsichtsrat sei der Ex-Dortmunder auch bereits aneinandergeraten. Aber: Es war keine reine AR-Entscheidung, sondern auch eine des Rest-Vorstandes, der die offenbar problematischen Strömungen aus dem Verein wahrgenommen hat. Den muss jetzt Arabi wieder aufpeppen – auch wenn es Fortuna einem gerade sehr schwer macht, da ehrlich dran zu glauben.