Welt 21.07.2026
13:58 Uhr

Nach Sechsfachmord in Stade – Verdächtiger begeht Suizid im Gefängnis


Der Verdächtige der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung von Stade ist tot. Der 45-Jährige wurde heute Morgen erhängt in seiner Zelle gefunden.

Nach Sechsfachmord in Stade – Verdächtiger begeht Suizid im Gefängnis

Der mutmaßliche Sechsfachmörder von Stade ist tot. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums (verlinkt auf https://www.mj.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/suizid-des-beschuldigten-von-stade-in-der-justizvollzugsanstalt-252608.html) hat sich der 45-jährige Tatverdächtige in seiner Zelle das Leben genommen. „Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse handelt es sich um einen Suizid. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor“, teilte das Niedersächsische Justizministerium dem Unterausschuss „Justizvollzug und Straffälligenhilfe“ mit. Der Gefangene wurde den Angaben zufolge am Dienstagmorgen um 06:05 Uhr von einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt während der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle in seiner Einzelzelle aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt habe der Gefangene bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen, teilte das Ministerium weiter mit. Ein herbeigerufener Notarzt stellte um 06:29 Uhr den Tod des Gefangenen durch Strangulation fest. Die Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes seien eingeleitet worden und liefen derzeit, erklärte das Justizministerium. Die Justizvollzugsanstalt Bremervörde habe inzwischen sowohl die Angehörigen des Verstorbenen als auch die Angehörigen der Opfer in Stade informiert. Zudem arbeite die Anstalt nach Angaben des Ministeriums derzeit an einem umfassenden Sofortbericht. Weitere Informationen könnten aktuell nicht mitgeteilt werden, hieß es abschließend aus dem Justizministerium. Hintergrund nach bisherigen Erkenntnissen: ein Sorgerechtsstreit Ende Juni hatte der Mann in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen getötet, darunter jeweils drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover und der Einrichtung in Stade. Hintergrund ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Verdächtigen. Der Verdächtige wurde nach der Tat festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde wegen Mordes ermittelt. Am Montag kamen neue Details zu dem Tatverdächtigen ans Licht. Demnach lag ein offener Haftbefehl aus der Türkei vor, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Ermittlungsbehörde teilte zudem mit, dass der mutmaßliche Täter keinen deutschen Aufenthaltstitel habe. Es war bereits bekannt, dass der Verdächtige in Deutschland geboren ist, aber die türkische Staatsangehörigkeit hat. Haben Sie suizidale Gedanken, oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de. (verlinkt auf https://www.telefonseelsorge.de/) Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.