Drei von vier deutschen Olympia-Kandidaten sind noch im Rennen, nur in Hamburg haben die Bürger (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article6a1c4fd6bf5b78f90d00a319/referendum-gescheitert-hamburgs-bewohner-stimmen-gegen-olympia-bewerbung.html) eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 abgelehnt. In München (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article68ff52da4f293c267309b1c8/ja-zur-olympia-bewerbung-muenchens-mut.html) und der Region Köln/Rhein-Ruhr (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article69e5236eca6a0a5f84288a42/olympia-zwei-drittel-der-buerger-stimmen-fuer-bewerbung-eine-stadt-faellt-raus.html) lag die Zustimmung dagegen bei je 66 Prozent, auch das Berliner Abgeordnetenhaus hat mit einer Zweidrittel-Mehrheit grünes Licht gegeben. An diesem Donnerstag müssen die Konzepte beim DOSB digital eingereicht werden. Zeit für ein Gespräch mit Sport-Manager Michael Mronz (59), einem von noch zwei Deutschen im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). WELT: Herr Mronz, wie erklären Sie das positive Gesamtergebnis in national und global schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten, in denen die Menschen eigentlich andere Sorgen haben als eine Olympia-Bewerbung? Michael Mronz: Zum einen sehe ich die Grundlage in der unter dem heutigen Ehrenpräsidenten des IOC, Thomas Bach, verabschiedeten Agenda 2020 und der Agenda 2020+5 mit der Kernaussage „Die Spiele müssen zu einer Stadt passen, nicht die Stadt zu den Spielen“ und dem klaren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. In Paris 2024 (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article252849284/Olympia-eint-Frankreich-Das-Wunder-von-Paris.html) konnte man das erfolgreiche Ergebnis dieses Prozesses sehen. Das schafft Vertrauen und bildet eine sehr gute Grundlage für die grundsätzliche Begeisterung in Deutschland für Sportgroßereignisse. Gerade in politisch und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist dieses nachhaltige Konzept entscheidend dafür, dass die Menschen eine Olympia-Bewerbung überhaupt mittragen. WELT: Und zum anderen? Mronz: Wir haben sehr deutlich herausgestellt, worum es geht: den besten Kandidaten für Deutschland zu finden. Das bedeutet: Es wird nur dann etwas neu gebaut, wenn es langfristig einen klaren Nutzen für die Menschen und die Region gibt. Zudem haben wir in einem transparenten Verfahren aufgezeigt, wie die ökonomischen Eckdaten aussehen können – von den zu erwartenden Kosten bis zu den Einnahmepotenzialen. Und der letzte Punkt: Der Sport lebt vom Wettbewerb. Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wollten die Menschen von Anfang an durch Bürgerentscheide mitnehmen. Dieser Wettbewerb zwischen den vier Kandidaten hat maßgeblich zu ihrer Mobilisierung beigetragen. Wer beim 100-Meter-Lauf allein an der Startlinie steht, wird nie eine persönliche Bestleistung erzielen. WELT: Der DOSB entscheidet auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September nach Vorschlag einer Evaluierungskommission aus Sport und Politik über den deutschen Olympia-Kandidaten. Wen sehen Sie in der Favoritenrolle mit Blick auf für das IOC entscheidende Themen wie Nachhaltigkeit und kurze Wege? Mronz: Zusammen mit den Säulen des deutschen Sports hat der DOSB einen klar strukturierten Weg entwickelt. Am 4. Juni reichen die Bewerber ihre finalen Konzepte beim DOSB ein, die olympischen Verbände und der DOSB bewerten diese auf Basis von 45 Kriterien. Die eigentliche Aufgabe der Evaluierungskommission ist es, zu prüfen, ob das Verfahren ordnungsgemäß eingehalten wurde. Ergänzend kann sie eine Empfehlung aussprechen, sie ist dazu aber nicht verpflichtet. Zurück zu Ihrer Frage: Im IOC werden wir im Anschluss an den „Olympic Day“ am 23. Juni darüber diskutieren, was die Erwartungen an zukünftige Spiele sind. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article698f5ea412e01366e5874354/olympia-kirsty-coventrys-erste-krise-nur-ein-vorgeschmack-donald-trump-wartet-schon.html) hat bereits zum Ausdruck gebracht, dass Spiele zum Beispiel weniger komplex werden sollen, was die Durchführungskosten reduziert. Und dass man sich das Sportprogramm genauer anschauen sollte. Vor diesem Hintergrund ist es derzeit zu früh zu sagen, mit welchem Kandidaten wir ins Rennen gehen. Wir werden zunächst die Diskussion im IOC abwarten und dann am 26. September entscheiden, welche Bewerbung mit Blick auf die Anforderungen der Zukunft am geeignetsten ist und die besten Chancen hat. Ich bin überzeugt, dass wir die aus deutscher und internationaler Sicht beste Antwort präsentieren werden. WELT: Hat Berlin einen Hauptstadt-Bonus? Mronz: Die Spiele 2032 in Australien finden nicht in Melbourne oder Sydney statt, sondern in Brisbane. Daran sieht man, dass es dem IOC primär um das überzeugendste Konzept geht. Zeitgleich kann eine Hauptstadt in einem Bewerbungsprozess ein Bonus sein. Wenn das Konzept aber nicht passt, wird dieser Punkt auch zum Malus. Deshalb dürfen wir uns nicht von der vermeintlich größten Strahlkraft leiten lassen, sondern vom praktisch überzeugendsten Konzept. WELT: Olympia-Gegner führen in erster Linie die hohen Kosten ins Feld. Was käme im Fall des IOC-Zuschlags auf einen deutschen Ausrichter zu? Können Sie die Rechnung am Beispiel der Spiele 2024 in Paris aufmachen, die 4,7 Milliarden Euro gekostet haben? Mronz: Die Spiele in Paris wurden am Ende mit einem Gewinn von 70 Mio. Euro abgeschlossen. Von den 4,7 Milliarden hat das IOC 1,9 Milliarden Euro beigesteuert. Hinzu kamen nationale Sponsoringerlöse von 1,2 Milliarden Euro, die restlichen Einnahmen wurden primär über Ticketverkäufe erzielt. Daran sieht man, dass man die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/) mit einer soliden schwarzen Null abschließen kann. Was hinzukommt: Die Wirtschaftskraft, die durch die Spiele in Frankreich generiert worden ist, liegt im Mittelwert bei rund neun Milliarden Euro. Über 181.000 Arbeitsplätze wurden im Umfeld der Spiele geschaffen. Und was den Werbeeffekt angeht: 84 Prozent der Weltbevölkerung, also etwa fünf Milliarden Menschen, haben die Bilder aus Paris erreicht. WELT: Ist schon klar, wann das IOC die nächsten Spiele vergeben wird? 2027? Und dann gleich im Zweier- oder Dreierpack? Mronz: Wir werden im Juni auch über den zukünftigen Vergabeprozess diskutieren. Ich habe eine große Sympathie dafür, künftig einen Zwischenschritt einzuführen. Indem man eine Anzahl von Bewerbern nimmt, die in ihren Planungen und im Prozess der Durchführungsmöglichkeiten der Spiele bereits weiter fortgeschritten sind. So kann das IOC frühzeitig einen Eindruck gewinnen, welche Kandidaten inhaltlich und von der Region her besonders gut zu den Vorstellungen für zukünftige Spiele passen. Ich spüre unter den IOC-Mitgliedern ein großes Interesse, in diesem Prozess an verschiedenen Stellen stärker eingebunden zu werden. Deshalb gehe ich davon aus, dass, wenn es so kommt, die Entscheidung eher nicht 2027 fallen wird, sondern später. Man würde die zusätzliche Zeit dann nutzen, um sich noch intensiver mit den möglichen Kandidaten zu befassen. Zumal es Bewerber aus drei Regionen gibt, in denen bisher noch nie Olympische Spiele ausgetragen wurden: Indien, Afrika und der Mittlere Osten. WELT: Sie berichten aus dem IOC, die Konzepte aus Deutschland seien begeistert aufgenommen worden. Womit konnte das verbliebene Trio punkten? Mronz: Ich nenne es Elevator Pitch: Lässt sich die Idee von Olympischen Spielen innerhalb von 30 Sekunden vermitteln, passt sie auf ein Blatt Papier? Alle drei Konzepte haben dieses Potenzial, und genau das müssen wir jetzt bis September ausschöpfen: Berlin als Hauptstadt mit dem Tempelhofer Feld als Veranstaltungsort (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/plus6a16ef3e61be973b7ac9ee34/tempelhofer-feld-in-berlin-lebenswerte-stadt-entsteht-nicht-von-den-raendern-aus.html) mitten in der Innenstadt. München mit dem Erbe der Spiele von 1972. Und Köln/Rhein-Ruhr mit den größten Spielen, die es je gegeben hat, bei denen Basketball, Handball, Volleyball, Hockey oder Schwimmen vor 40.000, 50.000 Zuschauern und mehr stattfinden können, ohne dass etwas neu gebaut werden muss. WELT: Sie wollen in Ihrer Funktion als IOC-Mitglied dabei helfen, dass die deutsche Bewerbung genau die Akzente setzen kann, die für das IOC wichtig sind. Welche Akzente sind das? Mronz: Wir müssen den Blick noch stärker darauf richten, was wir selbst einbringen können, um den globalen Sport weiterzubringen. Damit das IOC sagen kann: Das ist die besondere Hinterlassenschaft der Spiele in Deutschland. Dabei kann es um klassische Sportthemen gehen, aber ebenso um Themen und Projekte, die weit über den Sport hinausreichen. Bei den Spielen in Paris war es zum Beispiel die tägliche Stunde Sport, die landesweit an den Schulen eingeführt wurde. Oder die Rekultivierung der Seine, die nicht für, sondern durch die Spiele durchgeführt wurde. Wir müssen jetzt eigene Ideen entwickeln. WELT: Haben Sie einen Vorschlag? Mronz: Deutschland ist immer noch ein Land der Denker und Patentanmelder, aber beim Thema Digitalisierung sind wir in Europa sicher nicht führend. Gerade darin liegt eine große Chance: Wenn wir uns mit einem klaren Zieldatum beispielsweise vornehmen, das digitalste Land Europas zu werden, könnten wir zum Beispiel den Schienenverkehr um 20 Prozent steigern – mit mehr Zügen, besserer Auslastung und größerer Pünktlichkeit durch digitale Lösungen. Damit wäre auch die Frage vieler Menschen beantwortet: „Und was habe ich von Olympischen Spielen in Deutschland?“ 1972 wurde die U-Bahn in München nicht für, sondern durch die Spiele gebaut. Mir wird in Deutschland noch zu sehr über das Wo und Wann diskutiert, nicht über die entscheidende Frage, warum das IOC die Spiele nach Deutschland vergeben sollte. Und warum wir uns überhaupt um die Spiele bewerben sollen. WELT: Welche Pluspunkte bringt ein deutscher Bewerber aus Sicht des IOC schon mit? Mronz: Wir bringen viel mit, was beim IOC Vertrauen in Deutschland als möglichen Gastgeber der Spiele schafft. Wir leben in einer friedlichen Region, haben Rechtssicherheit, Vertragstreue, Organisationstalent und schaffen es, aus einem Ereignis besondere Momente zu machen. All das ist für das IOC eine extrem wichtige Währung. WELT: Der deutsche Kandidat muss gegen eine zweistellige Anzahl von Konkurrenten antreten. Wo kommen die genau her? Mronz: Aus Indien, dem Mittleren Osten und Afrika – dort neben Südafrika auch aus Ägypten. Hinzu kommen Südkorea sowie in Europa aktuell Ungarn, die Türkei mit Istanbul, und Großbritannien, das mit London über 2040 nachdenkt. WELT: Wann hat eine deutsche Bewerbung die besseren Chancen: 2036, 2040 oder 2044? Mronz: Wir müssen startklar sein, wenn Europa gefragt ist. Ich bin ein Freund davon, sich über die eigene Stärke, das eigene Konzept und die eigenen Werte zu definieren. Und eine Entscheidung nicht von möglichen Szenarien abhängig zu machen. Wir treten nicht an, um mitzuspielen, sondern um zu gewinnen. WELT: Sprechen die Nazi-Spiele 1936 in Berlin gegen eine Bewerbung für 2036? Mronz: Erstens: Wenn wir als IOC ein grundsätzliches Problem damit hätten, dann würde es schon heute einen Hinweis geben, dass es für 2036 keinen Sinn ergibt. Das ist nicht der Fall. Zweitens: Die Menschen in NRW und München haben mit jeweils 66 Prozent für 2036, 2040 und 2044 „Ja“ gesagt (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article68fe3d9359e2e0975070c4ee/buergerentscheid-muenchner-bevoelkerung-stimmt-fuer-gegen-olympiabewerbung.html) . Eine überzeugendere Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Und drittens hat sich auch die Bundesregierung eindeutig hinter eine mögliche Bewerbung gestellt. WELT: Kann der politische Rechtsruck in Deutschland mit einem AfD-Rekordhoch die IOC-Entscheidung negativ beeinflussen? Mronz: Die bundesweite Unterstützung einer deutschen Olympia-Bewerbung von über 70 Prozent ist Ausdruck dessen, dass die Menschen nach einem Thema suchen, das verbindet, statt auszugrenzen. Genau darin liegt eine der zentralen Aufgaben des Sports – im Rahmen demokratischer Werte und nach den Regeln des Fair Play Brücken zu bauen. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass alle Parteien der Mitte hinter einer deutschen Bewerbung stehen. WELT: Ihr IOC-Kollege Gianni Infantino, Boss des Fußball-Weltverbandes Fifa, hat US-Präsident Donald Trump vor der WM einen extra erfundenen Fifa-Friedenspreis überreicht. (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article176291011/US-Praesident-Friedenspreis-fuer-Trump-Das-muss-wohl-ein-Scherz-sein.html) Bekommt Trump anlässlich der Sommerspiele 2028 in Los Angeles auch einen Friedenspreis des IOC? Mronz: Wir als IOC waren immer dann besonders stark, wenn wir die Autonomie des Sports nach vorn gestellt haben. Der Sport ist nicht der verlängerte Arm der Politik. Das IOC kann keinen Frieden schaffen. Aber wir können zeigen, wie Frieden aussehen kann: wenn 206 Nationen unter einem Dach zu einem fairen, friedlichen Wettkampf zusammenkommen – selbst dann, wenn einige dieser Länder außerhalb des Sports in Konflikten oder sogar im Krieg miteinander stehen. WELT: Der Schwimm- und der Turn-Weltverband (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article69dce8eb5be318f759f0be02/aufhebung-der-beschraenkungen-russische-schwimmer-duerfen-wieder-unter-ihrer-flagge-starten.html) haben wie das Internationale Paralympische Komitee russische Sportler trotz des Angriffskrieges auf die Ukraine wieder unter eigener Flagge und Hymne zugelassen. Bröckelt auch unter den 106 IOC-Mitgliedern die Anti-Russland-Front, möglicherweise schon mit Blick auf Olympia 2028? Mronz: Vorweg: Wo man emotional in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine steht, ist völlig außer Frage. Als globale Organisation ist es aber unsere Aufgabe, Brücken zu bauen. Aktuell gibt es keinen Tagesordnungspunkt zum Thema Russland, aber natürlich werden wir uns mit dieser Fragestellung beschäftigen müssen. WELT: IOC-Präsidentin Coventry hat das Programm „Fit for the Future“ aufs Gleis gebracht, Sie gehören zwei Arbeitsgruppen an, konkrete Maßnahmen sollen am 24. und 25. Juni besprochen werden. Dazu gehört der Plan, Olympische Spiele attraktiver zu machen für die Zuschauer. Welche Sportarten stehen auf der Kippe? Mronz: Die Olympischen Spiele sind extrem attraktiv. Ein Beispiel: Die Einschaltquoten beim Eishockey-Turnier der Winterspiele waren viermal höher als beim Stanley Cup in der NHL. Was unsere Aufgabenstellung ist: die Erwartungshaltung der Zuschauer von heute und morgen zu erfüllen. Es ist richtig von Kristy Coventry zu hinterfragen, ob die Sportarten, die immer dabei waren, auch in Zukunft automatisch gesetzt sein müssen. Ich gehe davon aus, dass im Juni ein Kriterienkatalog für künftige Sommerspiele vorgestellt wird, an dem sich die Sportarten mit Blick auf das Programm 2032 in Brisbane und folgend messen lassen müssen. Dabei spielen natürlich Themen wie neue Zielgruppen, die weltweite Verbreitung einer Sportart und die Höhe der Durchführungskosten einer Sportart eine Rolle. In den vielen Commonwealth-Ländern ist Cricket zum Beispiel ein riesiger Markt, der bekannteste Cricketspieler, Virat Kohli aus Indien, hat mehr Follower ( plattformübergreifend über 400 Mio.; d. Red. ) als die drei erfolgreichsten NBA-Spieler. Wegen dieser enormen Popularität ist Cricket 2028 erstmals bei den Olympischen Spielen dabei. WELT: Droht dem Bob- und Schlittensport wegen des Baus teurer Eiskanäle ebenso das Aus bei Winterspielen wie der Nordischen Kombination (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/nordische-kombination/) aufgrund mangelnder globaler Breite? Mronz: Meiner Einschätzung nach werden im Sommer die Disziplinen für die Spiele 2030 in den französischen Alpen vorgeschlagen und der Vorschlag im IOC verabschiedet, wenn ihm gefolgt wird. Die Nordischen Kombinierer haben in den vergangenen Jahren viele Schritte in die richtige Richtung unternommen. Ob diese ausreichen, wird sich dann zeigen. Was die Eiskanäle betrifft, erlauben die IOC-Regeln, einzelne Sportarten in eine andere Region zu verlegen, wenn dadurch ein Neubau aufgrund fehlender Nachhaltigkeit vermieden werden kann. Für eine solche Verlegung der Bob- und Schlittenwettbewerbe haben wir im Vorfeld der Spiele in Mailand/Cortina intensiv geworben, die italienischen Organisatoren haben sich aber anders entschieden. Man wird eine Sportart aber nicht allein deshalb aus dem Programm nehmen, wenn sie ansonsten alle anderen Parameter erfüllt. WELT: Diskutiert wird im IOC auch die Zukunft der Winterspiele wegen des Klimawandels. Wohin gehen die Überlegungen: Vorverlegung vom Februar auf den Januar? Oder Rotation der Spiele in fünf schneesicheren Austragungsorten? Mronz: Ich bin ein Freund eines rotierenden Systems, das unter den kosteneffizienten das beste ist. So ist eine Infrastruktur mit dauerhafter Qualität zur Ausrichtung der Spiele garantiert, ohne etwas Neues bauen zu müssen. Bei Sommerspielen liegt der Fall anders: Mit ihnen kann man an immer andere und auch neue Orte gehen.