Welt 30.09.2026
12:53 Uhr

Menschen hingerichtet – Polizei nimmt Syrer wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen fest


Einem Syrer, der in Rheinland-Pfalz lebt, werden von der Bundesanwaltschaft mehrere Kriegsverbrechen vorgeworfen. 2015 soll er als Mitglied einer Miliz Gefangene getötet haben.

Menschen hingerichtet – Polizei nimmt Syrer wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen fest
Eine Pflegekraft und eine Bewohnerin im DRK-Pflegezentrum Solferino.
Bernd Thissen/picture alliance/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat in Rheinland-Pfalz einen Mann wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Syrien festnehmen lassen. Ibrahim A. soll im Jahr 2015 als Teil einer oppositionellen Miliz vermeintliche Angehörige der syrischen Regierung des damaligen Langzeitherrschers Baschar al-Assad festgenommen und getötet haben. Der syrische Staatsangehörige wird heute einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Der Mann habe in Syrien zunächst den staatlichen Streitkräften angehört, sich aber spätestens 2012 als Kommandeur der oppositionellen Miliz angeschlossen, so die Bundesanwaltschaft. Ibrahim A. soll Gefangene hingerichtet haben Gemeinsam mit anderen nahm er 2015 demnach drei angebliche Angehörige der syrischen Regierung fest. „Die Gefangenen wurden gezwungen, Angriffe auf den Beschuldigten und andere Mitglieder seiner Miliz zu gestehen“, heißt es weiter in der Mitteilung. Später habe der Beschuldigte sie hingerichtet, indem er ihnen jeweils „aus unmittelbarer Nähe“ in den Kopf schoss. Beamte des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz nahmen den Syrer am Morgen in Neuwied fest. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Kriegsverbrechen gegen Personen durch Tötung vor.