Welt 26.03.2026
15:37 Uhr

Linienbus prallt in Hamburg gegen Baum – zahlreiche Menschen teils schwer verletzt


In Hamburg hat sich ein schwerer Busunfall ereignet. In Barmbek-Nord prallte ein Linienbus am Donnerstagnachmittag gegen einen Baum, mehrere Menschen wurden teils verletzt. Der Fahrer musste von Rettungskräften aus dem völlig deformierten Führerhaus befreit werden.

Linienbus prallt in Hamburg gegen Baum – zahlreiche Menschen teils schwer verletzt

Bei einem schweren Unfall mit einem Linienbus sind am Donnerstagmittag in Hamburg-Barmbek-Nord zahlreiche Menschen verletzt worden, mehrere von ihnen schwer. Nach ersten Angaben der Polizei und der Feuerwehr wurden Fahrgäste teils lebensgefährlich verletzt. Der Busfahrer, ein 69 Jahre alter Mann, musste aus dem stark deformierten Führerhaus befreit werden. Der Unfall ereignete sich gegen 13 Uhr in der Drosselstraße zwischen Steilshooper Straße und Bramfelder Straße. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der Linienbus aus Richtung Rübenkamp kommend in östlicher Richtung unterwegs, als es aus noch ungeklärter Ursache zunächst zu einem Zusammenstoß mit zwei am Fahrbahnrand geparkten Autos kam. Anschließend verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus prallte im weiteren Verlauf gegen einen Baum und wurde dabei massiv beschädigt. Schon kurz nach dem Aufprall gingen bei der Rettungsleitstelle zahlreiche Notrufe ein. Weil Anrufer von vielen Verletzten berichteten, löste die Feuerwehr einen Großeinsatz des Rettungsdienstes aus. Als die ersten Kräfte eintrafen, bot sich ihnen ein Bild erheblicher Zerstörung: In dem schwer beschädigten Bus befanden sich mehrere verletzte Fahrgäste, der Fahrer war eingeklemmt. Nach Angaben der Feuerwehr musste er in einer aufwändigen technischen Rettung aus dem Fahrzeug befreit werden. Die Einsatzkräfte führten zunächst eine sogenannte Sichtung durch, bei der Verletzte nach Schwere ihrer Verletzungen kategorisiert werden, um die Versorgung zu koordinieren. Weil sich das Ausmaß des Unfalls schnell bestätigte, wurde das Alarmstichwort erhöht und weitere Rettungswagen wurden zur Drosselstraße geschickt. Insgesamt waren Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Rettungsdienst mit rund 120 Kräften mehr als vier Stunden lang im Einsatz. Neben zahlreichen Rettungswagen kamen auch Spezialfahrzeuge für die technische Rettung sowie Unterstützungseinheiten zum Einsatz. Wie viele Menschen genau verletzt wurden, war am Nachmittag noch nicht völlig deckungsgleich beziffert. Die Feuerwehr sprach von insgesamt 21 Verletzten, von denen 18 in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Die Polizei teilte mit, zum Zeitpunkt ihrer Pressemitteilung seien 14 Menschen in Krankenhäuser transportiert worden. In beiden Mitteilungen ist jedoch von mehreren Schwerverletzten und von lebensgefährlich Verletzten die Rede. Nach Polizeiangaben galten mindestens zwei Menschen als lebensgefährlich verletzt, darunter der 69-jährige Busfahrer. Auch abseits der unmittelbaren Rettung stellte der Unfall die Einsatzkräfte vor Herausforderungen. Der Baum, gegen den der Bus geprallt war, galt nach dem Zusammenstoß als instabil und drohte zu kippen. Er musste deshalb gesichert werden. Nach Angaben der Polizei gehörte später auch die Fällung des Baumes zu den Aufräumarbeiten. Parallel dazu wurde der beschädigte Bus in Zusammenarbeit mit der Hamburger Hochbahn geborgen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Nahezu zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen, Polizeimotorräder und auch der Polizeihubschrauber „Libelle 1“ waren im Einsatz. Die eigentliche Unfallaufnahme übernahm ein Verkehrsunfall-Team der Verkehrsdirektion Innenstadt/West. Zur Rekonstruktion des Geschehens zog die Polizei einen Sachverständigen hinzu. Außerdem wurden eine Drohne und ein 3D-Scanner des Landeskriminalamts eingesetzt, um die Spurenlage möglichst präzise zu dokumentieren. Psychosoziale Hilfe für Beteiligte und Passanten Warum der Busfahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, ist bislang offen. Die Ermittler prüfen nach eigenen Angaben auch, ob eine plötzliche Erkrankung des 69-Jährigen ursächlich für den Unfall gewesen sein könnte. Diese Frage dürfte für die weitere Aufklärung eine zentrale Rolle spielen. Für Betroffene und Augenzeugen wurde zudem psychosoziale Hilfe organisiert. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes kümmerte sich um die Akutbetreuung von Beteiligten und Passanten. Die Unfallaufnahme und die Aufräumarbeiten dauerten am Nachmittag noch an. Die Polizei bittet inzwischen um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden weitere Zeuginnen und Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder sonstige Angaben zum Geschehen in der Drosselstraße machen können. Hinweise nimmt die Polizei Hamburg unter der Telefonnummer 040/4286-56789 entgegen.