Welt 27.03.2026
16:24 Uhr

Lehrerin soll 16 Jahre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht haben – Ermittler durchsuchen Wohnung


16 Jahre lang war eine Lehrerin krankgeschrieben, soll aber parallel als Heilpraktikerin gearbeitet haben. Der Fall beschäftigt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft.

Lehrerin soll 16 Jahre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht haben – Ermittler durchsuchen Wohnung

Im Fall einer Berufsschullehrerin aus Nordrhein-Westfalen, die über Jahre hinweg ihre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht und dennoch weiter Gehalt bezogen haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Am Dienstag durchsuchten Ermittler die Wohnung der Frau im Ruhrgebiet und stellten „beweiserhebliche Unterlagen und elektronische Datenträger“ sicher. Diese werden nun ausgewertet. Über den Fall hatte zuvor die „WAZ“ berichtet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Lehrerin (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/lehrer/) gegenüber dem Land als Dienstherrn bewusst falsche Angaben gemacht haben, um ihre Dienstunfähigkeit vorzutäuschen. Gleichzeitig soll sie als Heilpraktikerin gearbeitet und unter anderem an einem Gründungswettbewerb teilgenommen haben. Durch die fortlaufende Zahlung ihrer Bezüge könnte dem Land ein finanzieller Schaden entstanden sein. Strafrechtlich relevant ist nach Angaben der Ermittler ein Zeitraum von vier Jahren. Für frühere Zeiträume könnten die Vorwürfe bereits verjährt sein. Insgesamt soll die Frau jedoch seit 2009 – also rund 16 Jahre lang – krankgeschrieben gewesen sein und in dieser Zeit keinen Unterricht erteilt haben Der Fall hatte bereits 2025 für politische Diskussionen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/video68a6f440229c582f68419bcc/nordrhein-westfalen-15-jahre-krankgeschrieben-nun-muss-die-lehrerin-zur-amtsaerztlichen-untersuchung.html) in Nordrhein-Westfalen gesorgt. Kritisiert wurde unter anderem, dass über Jahre keine amtsärztliche Untersuchung angeordnet worden sei. Gegen die Lehrerin sowie einen Mitarbeiter der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft nahm ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben unter anderem nach Auswertung eines amtsärztlichen Gutachtens auf. Die Lehrerin war an einem Berufskolleg in Wesel tätig. Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen dauert an. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.