Welt 25.03.2026
19:36 Uhr

Klage wegen Social-Media-Sucht – Google und Meta müssen Frau 3 Millionen US-Dollar zahlen


US-Technologieunternehmen wie Instagram oder YouTube stehen seit Jahren wegen der mangelnden Sicherheit von Kindern in der Kritik. Nun hat ein US-Gericht einer 20-jährigen Frau recht gegeben, die Google und ​Meta vorgeworfen hatte, sie süchtig gemacht zu haben.

Klage wegen Social-Media-Sucht – Google und Meta müssen Frau 3 Millionen US-Dollar zahlen

In einem wegweisenden Prozess um die Abhängigkeit von sozialen Medien haben Geschworene in Los Angeles die Alphabet-Tochter Google und ​Meta am Mittwoch haftbar gemacht. Geklagt hatte eine 20-jährige Frau, die nach eigenen Angaben in jungen Jahren wegen des aufmerksamkeitserregenden ⁠Designs der Apps süchtig geworden (verlinkt auf https://www.welt.de/wissenschaft/article68f0cbc8672b2f7280fac62d/noch-das-video-dann-hoer-ich-auf.html) war. Da sich die Klägerseite auf die Gestaltung der Plattformen und nicht auf deren Inhalte konzentrierte, war es für die Unternehmen schwieriger, eine Haftung abzuwenden. Die Unternehmen sollen der Klägerin insgesamt drei Millionen Dollar (rund 2,6 Millionen Euro) zahlen, wie die Geschworenen am Mittwoch entschieden. Der Ausgang des Verfahrens könnte Tausende ähnlicher Klagen von Eltern, Generalstaatsanwälten und Schulbezirken gegen Technologieunternehmen beeinflussen. Die ebenfalls angeklagten Firmen Snap und TikTok hatten sich vor Prozessbeginn mit der Klägerin ⁠auf einen ​Vergleich geeinigt, dessen Bedingungen nicht ‌veröffentlicht wurden. Große US-Technologieunternehmen stehen seit Jahren wegen der Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in der Kritik. Dem Pew Research Center zufolge nutzt mindestens die Hälfte der US-Jugendlichen täglich YouTube oder Instagram. Da der Kongress bislang keine umfassenden Gesetze zur Regulierung sozialer Medien verabschiedet hat, hat sich die Debatte auf Gerichte und Bundesstaaten verlagert. Mindestens 20 Bundesstaaten haben im vergangenen Jahr Gesetze zur Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige erlassen. Dazu gehören ‌Vorschriften zur Handynutzung an Schulen sowie zur Altersüberprüfung bei der Registrierung. Der ⁠von Unternehmen wie Meta und ​Google unterstützte Branchenverband NetChoice versucht derzeit, die Pflicht zur Altersverifikation gerichtlich zu kippen. Im Sommer wird vor einem ⁠Bundesgericht im kalifornischen Oakland ein weiteres Verfahren zur Social-Media-Sucht erwartet, das von mehreren Bundesstaaten und Schulbezirken angestrengt wurde. Ein weiterer Prozess auf Bundesstaatsebene gegen Instagram, YouTube, TikTok und Snapchat soll nach ‌Angaben von Klägeranwalt Matthew Bergman ⁠im Juli ‌in Los Angeles beginnen. Unabhängig ​davon ⁠hatten Geschworene in New ​Mexico Meta am Dienstag wegen Gesetzesverstößen verurteilt (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69c32812af187d606b811ede/meta-wegen-mangelnden-kinderschutzes-zu-millionenstrafe-verurteilt.html) . Der dortige Generalstaatsanwalt hatte dem Konzern vorgeworfen, ‌Nutzer ​über die Sicherheit von Facebook, Instagram und WhatsApp getäuscht und sexuelle Ausbeutung ‌von ‌Kindern auf diesen Plattformen ermöglicht zu haben.