Welt 19.09.2026
10:09 Uhr

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin


Im Iran ist erneut ein Mann wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Regime vor, die Todesstrafe systematisch zur Einschüchterung einzusetzen.

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Irans Justiz hat nach Angaben des gerichtsnahen Nachrichtenportals Misan einen Mann wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet. Demnach warf ein Gericht dem Verurteilten vor, Geheimdienstinformationen über militärische Einrichtungen und Personal übermittelt zu haben. Menschenrechtsgruppen weisen seit Jahren auf die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran hin und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung. Nach Angaben der regierungskritischen iranischen Menschenrechtsorganisation Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran mit Sitz in Washington sollen in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Menschen hingerichtet worden sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article256273982/hoechste-zahl-seit-2015-fast-1000-menschen-laut-un-wurden-2024-im-iran-hingerichtet.html) mindestens 2159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste seit 1981 verzeichnete Wert.