Welt 14.10.2026
12:35 Uhr

„Ich wollte das nicht“ – Mann gesteht Abschuss von todbringender Silvesterrakete


Eine Rakete setzt an Silvester einen Balkon in Brand, eine 88-Jährige stirbt an einer Rauchvergiftung. Vor dem Amtsgericht Würzburg legt ein 42-Jähriger ein Geständnis ab. Eine Zeugin beschuldigt jedoch einen anderen Mann.

„Ich wollte das nicht“ – Mann gesteht Abschuss von todbringender Silvesterrakete

Eine schlafende, pflegebedürftige Frau stirbt in der vergangenen Silvesternacht in Würzburg durch ein Feuer, das eine Rakete auf ihrem Balkon ausgelöst haben soll: Gut zehn Monate später hat ein deswegen angeklagter Mann vor dem Amtsgericht Würzburg gestanden, die Rakete gezündet zu haben – aus der Hand, und obwohl er gesehen haben will, dass die Rakete beschädigt war. Es tue ihm leid, sagte der 42-Jährige vor dem Schöffengericht. „Ich wollte das nicht.“ Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wusste der Mann, dass der Holzstab der Rakete gebrochen war. „Dies hatte, für den Angeklagten vorhersehbar und vermeidbar, zur Folge, dass die Rakete zunächst rund drei bis vier Meter gerade nach oben flog, dann die Richtung änderte und auf dem Balkon der Wohnung der Geschädigten landete“, sagte die Anklagevertreterin. Dort entzündeten sich den Ermittlungen zufolge verschiedene Gegenstände, und der gefährliche Rauch zog in die Wohnung des Opfers in dem Mehrfamilienhaus. Beim Löschen fanden Rettungskräfte die 88 Jahre alte, gehbehinderte Bewohnerin bewusstlos in der Wohnung. Für sie kam jede Hilfe zu spät, sie starb an einer Rauchvergiftung. Eine Zeugin des Abends erklärte hingegen vor Gericht, ein Freund des Angeklagten habe kurz nach Mitternacht die todbringende Rakete gezündet und bewusst auf das Haus gezielt. Neben dem Angeklagten hatte es einen weiteren Verdächtigen gegeben. Seine Tatbeteiligung konnte aber nach Angaben der Ermittler nicht hinreichend belegt werden. Das Amtsgericht hat bisher nur einen Prozesstag festgelegt, zu dem neun Zeugen geladen wurden.