Welt 05.10.2026
12:33 Uhr

„Ich stand meiner eigenen Idee im Weg“ – Habeck erklärt sein Scheitern


Nach dem „sehr schlechten“ Wahlergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl 2025 sieht sich Robert Habeck selbst als Teil des Problems. Zugleich sieht er Parallelen zur aktuellen Regierung: Deutschland sei weiter im Krisenmodus.

„Ich stand meiner eigenen Idee im Weg“ – Habeck erklärt sein Scheitern

Ex-Vizekanzler Robert Habeck hat in einem Interview eine selbstkritische Bilanz seines Bundestagswahlkampfs 2025 gezogen. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (verlinkt auf https://www.ksta.de/politik/robert-habeck-in-koeln-tankrabatt-war-schon-in-der-ampel-ein-fehler-1388369) zu seinem neuen Buch räumte er zahlreiche Fehler ein. Damals habe er versucht, mit einem lagerübergreifenden Angebot die politische Mitte zu stabilisieren. Doch sein eigenes Auftreten habe diesem Ansatz widersprochen. „Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass ich selbst Polarisierungen ausgelöst habe. Insofern stand ich meiner eigenen Idee im Weg“, sagte Habeck. Das habe den Grünen und ihm selbst ein „sehr schlechtes Wahlergebnis“ gebracht. Auf konkrete eigene Fehler angesprochen, wollte Habeck keine erneute Bilanz aufstellen. Er verwies darauf, dass er sich zu der umstrittenen Gasumlage, dem Heizungsgesetz und eigenen unglücklichen oder falschen Äußerungen bereits ausführlich geäußert habe. Die Polarisierung sah er zugleich als übergreifendes Problem der aktuellen deutschen Politik. Die „permanente Zuspitzung und Schärfung der jeweils eigenen Position“ treibe die jetzige Koalition ebenso auseinander wie zuvor die Ampel. Sein Fazit fiel entsprechend knapp aus: Auf die Frage, ob Deutschland angesichts der politischen Probleme noch brenne, sagte er: „Besonders gelöscht scheint mir Deutschland nicht zu sein.“ „Ich halte nichts vom Tankrabatt“ Auch den aktuellen Tankrabatt sah er kritisch. „Er war schon in der Ampel ein Fehler“, sagt Habeck. Die hohen Benzinpreise belasteten zwar viele Menschen, doch der Rabatt sei nur unvollständig weitergegeben worden, sei sozial unausgewogen gewesen und habe falsche Anreize gesetzt. Zudem gehe dieser zulasten anderer Ausgaben, wie der der Sozialleistungen. In seinem neuen Buch „Arctic Meltdown“ verbindet Habeck Klimawandel und geopolitische Konflikte. Er warnt vor der zunehmenden militärischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Arktis, der russischen Aufrüstung und neuen Energieabhängigkeiten.