Welt 27.03.2026
15:28 Uhr

„Ich oder keiner“ – Prozess um brutalen Angriff auf Ehefrau beginnt


Vor dem Landgericht muss sich ein 51‑Jähriger wegen Mordversuchs verantworten. Er soll seine getrennt lebende Ehefrau auf einer Dachterrasse brutal attackiert haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tötungsabsicht aus. Der Mann spricht von Kontrollverlust.

„Ich oder keiner“ – Prozess um brutalen Angriff auf Ehefrau beginnt

Er soll mit voller Wucht mehrfach auf den Kopf seiner getrennt lebenden Ehefrau getreten haben, weil die ihn im Streit anschrie, dass sie sich nun auch scheiden lassen wolle. Nun steht ein 51-Jähriger wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Hamburg. „Ich bedauere, was passiert ist“, sagte der Nordmazedonier, als er bei Prozessauftakt eine schriftliche Erklärung vorlas. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich die Frau zwei Monate vor der Tat am 6. April 2024 von ihrem Ehemann getrennt. Die Anklage geht davon aus, dass der 51-Jährige seine Partnerin töten wollte, weil aus seiner Sicht kein anderer Mann eine Beziehung mit ihr führen dürfe. Wie der NDR berichtet, soll er während der Tat „Ich oder keiner“ geschrien haben. Auf der Dachterrasse einer Wohnung in Rahlstedt sei es zu der Attacke gekommen. Die Anklage listet zahlreiche Faustschläge ins Gesicht und Tritte gezielt gegen den Kopf auf. Die Frau habe unter anderem eine Gehirnerschütterung, eine Nasenbeinfraktur, eine Trommelfell-Verletzung sowie eine Vielzahl von Hämatomen, Prellungen und Risswunden erlitten. Der Sohn versuchte, seiner Mutter zu Hilfe zu eilen. Schließlich gelang es ihm, die Polizei zu informieren. Zwei Beamte konnten den Mann von seinem Opfer wegziehen. „Das ganze Gesicht war geschwollen“, sagte einer der Polizisten als Zeuge im Gerichtssaal über das Opfer. „Ich hatte nicht die Absicht, sie zu töten“ Der Mann räumte ein, auf seine Frau eingeprügelt zu haben. Dass es sich dabei um einen Mordversuch handelte, bestritt er laut NDR-Bericht. Er habe 24 Jahre mit der Frau zusammengelebt, habe mehrere Kinder mit ihr, berichtete der Angeklagte. So etwas sei vorher noch nie passiert. Er habe Alkohol getrunken und einen Joint geraucht. Seine Frau habe ihm in einem Streit gesagt, dass sie nun die Scheidung wolle. Das habe ihn in Wut versetzt. „Ich hatte nicht die Absicht, sie zu töten.“ Das Landgericht hat insgesamt acht Prozesstage bis Mitte Mai angesetzt.