Welt 24.03.2026
15:44 Uhr

Hamburg schiebt Straftäter nach Afghanistan ab


Trotz der Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan hält die Bundesregierung an Abschiebungen nach Kabul fest. Zwei Männer aus Hamburg wurden nun per Linienflug abgeschoben.

Hamburg schiebt Straftäter nach Afghanistan ab
Mona Fuchs (links) ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rathaus, Clara Nitsche ist ihre Stellvertreterin und Stadträtin mit Schwerpunkt auf der Sozialpolitik. Andreas Gregor/Grüne München

Zwei verurteilte afghanische Straftäter sind in den vergangenen Tagen aus Hamburg abgeschoben worden. Die Rückführungen erfolgten jeweils aus Haft und per Linienflug nach Kabul über Istanbul, wie die Innenbehörde mitteilte. Ein 30-jähriger Afghane war demnach unter anderem verurteilt worden wegen wiederholter Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Er wurde laut Innenbehörde am vergangenen Freitag abgeschoben. Der zweite Mann, ein 32-Jähriger, war den Angaben zufolge verurteilt wegen wiederholter Körperverletzung, Diebstahls mit Waffen und Bedrohung. Er wurde am Montag abgeschoben. Laut Innenbehörde wurden im Juli 2025 zwei verurteilte Straftäter aus Hamburg per Charter abgeschoben. Davor erfolgte die letzte reguläre Rückführung aus Hamburg nach Afghanistan 2021. Abschiebungen dorthin sind umstritten, weil in dem Land seit August 2021 wieder die islamistischen Taliban an der Macht sind. „Die Sicherheit der Bevölkerung steht über dem Bleibeinteresse desjenigen, der diese Sicherheit gefährdet. Deshalb muss, wer hier wiederholt schwere Straftaten begeht, das Land auch verlassen - unabhängig davon, woher er kommt“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD). AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann sagte: „Die nun erfolgten Abschiebungen nach Afghanistan sind ein längst überfälliges Signal – sie müssen der Auftakt einer notwendigen Abschiebeoffensive sein.“ Es dürfe nicht länger gelten, dass Ideologie über Sicherheit gestellt wird – sonst verliert der Staat endgültig seine Glaubwürdigkeit.“ Die Bundesregierung hatte vor rund einem Monat mitgeteilt, dass sie trotz der Eskalation der militärischen Konfrontation zwischen Afghanistan und Pakistan derzeit keinen Grund sieht, die Abschiebepraxis nach Kabul zu ändern.