Welt 05.08.2026
12:07 Uhr

Gold Nummer zwei! Erneut ist Wellbrock im Freiwasser nicht zu schlagen


Alles andere als optimal lief die bisherige Saison für Florian Wellbrock. Jetzt aber, beim Saisonhöhepunkt in Paris, demonstriert er seine Stärke: Der 28-Jährige holt am zweiten Tag der Freiwasserrennen seinen zweiten EM-Titel.

Gold Nummer zwei! Erneut ist Wellbrock im Freiwasser nicht zu schlagen

Als sich Florian Wellbrock aus dem Wasser stemmte – hoch auf den Steg, hinaus aus der Seine –, war von den Strapazen der knappen letzten Stunde wenig zu sehen. 55:40,2 Minuten hatte er für die fünf Kilometer im Fluss durch Paris gebraucht. Wieder Boden unter den Füßen, reckte er die Arme triumphal nach oben. Für Wellbrock ist es nach seinem Sieg über die olympischen zehn Kilometer (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article6a719c7c61ec46f846a26883/schwimm-em-gold-nach-der-olympia-schmach-steigt-wellbrock-als-sieger-aus-der-seine.html) der zweite Titel im zweiten Freiwasserrennen dieser Europameisterschaften. Der 28-Jährige gewann erneut in beeindruckender Manier und wehrte zum Ende die Angriffe der Konkurrenz ab. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, befand er glücklich und überrascht zugleich. Denn trotz seiner vier WM-Titel im Vorjahr galt er in Paris nach einer schwierigen Saison nicht als Topfavorit. Doch wie schon am Vortag über zehn Kilometer setzte sich Wellbrock auch im zweiten Freiwasserrennen dieser Titelkämpfe früh an die Spitze. Mit Tempoverschärfungen und -drosselungen zermürbte er das Feld. Als er auf der letzten Runde – wie schon über die doppelte Distanz – den Angriffsversuch des Ungarn David Betlehem abblocken konnte, war der zweite EM-Sieg in Paris perfekt. Der Freiwasser-Olympiasieger von 2021 gewann vor Bethlehem und Gregorio Paltrinieri aus Italien. Oliver Klemet, der am Dienstag Dritter über zehn Kilometer geworden war, schwamm dieses Mal auf Platz zehn. Wellbrock: Probleme und Platz zehn im Weltcup Dass Wellbrock so abräumt, war nicht zu erwarten gewesen – er zeigt dieser Tage in der Seine aber, dass er auch ohne optimale Vorbereitung mehr als nur konkurrenzfähig ist. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Saison für ihn alles andere als optimal gelaufen. „Deshalb ist es umso spektakulärer, dass ich zweimal Gold gewonnen habe“, sagt der 28-Jährige. Den ersten Weltcup des Jahres hatte er noch gewonnen, danach aber mit Problemen zu kämpfen gehabt und war mehrmals krankheitsbedingt ausgefallen. „Teilweise musste ich mit den Mädels trainieren, weil ich für die Jungs einfach zu langsam war“, berichtet er. Am Ende blieb ihm nur Platz zehn in der Weltcupgesamtwertung. Seine Form konnte er vor Paris deshalb schwer einschätzen – jetzt hat er zwei Goldmedaillen. Und zwei Freiwasserwettbewerbe folgen noch: der Knock-out-Sprint am Freitag sowie die Staffel am Samstag. Der Knock-out-Sprint ist ein noch junges Format – ein Ausscheidungsrennen über insgesamt 3000 Meter. Es teilt sich in drei Runden auf (1500 m, danach 1000 m und ein Finale über 500 m), bei denen jeweils die langsameren Schwimmer ausscheiden. Das letzte Weltcuprennen in diesem Wettbewerb gewann Oliver Klemet. Am Start sein wird am Freitag auch Johannes Liebmann, der 19 Jahre alte Senkrechtstarter (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article69e6065e72fe56afc2260875/schwimmen-johannes-liebmann-der-junge-deutsche-der-die-weltelite-verbluefft.html) aus dem deutschen Team. Seine Hauptrennen folgen dann in der kommenden Woche im Becken.