Im Kampf um die Rettung des vor Schleswig-Holstein gestrandeten Buckelwals richten sich die Hoffnungen jetzt auf einen aus Niedersachsen herangeschafften größeren Schwimmbagger. Er wird in den nächsten Stunden an der Strandungsstelle vor dem Ortsteil Niendorf erwartet. Er solle gegen 14 Uhr ankommen, hieß es vor Ort. Der Einsatz beginne aller Voraussicht nach aber erst am Donnerstag. Grund ist unter anderem das stürmische Wetter. Und, wie ein WELT-TV-Reporter berichtet, muss der Schwimmbagger erst zusammengebaut werden. Man wolle versuchen, mit dem Bagger den Sand vor dem Wal so wegzubaggern, sodass er sich nicht drehen müsse, erklärte Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. So könnte er dann ins tiefere Wasser gelangen. Die Situation lasse niemanden kalt, und doch bleibe oft nur das Warten, sagte Mannheimer. „Ich würde gerne mehr machen.“ Die Helfer, die den Wal über Nacht bewacht haben, sagten NDR (verlinkt auf https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-in-der-luebecker-bucht-ostsee-rettung-bisher-ohne-erfolg,wal-180.html) Schleswig-Holstein, dass er über Nacht etwas zur Ruhe gekommen sei. Der am Montag an der Küste entdeckte, zehn Meter lange Wal befindet sich weiter im flachen Wasser der Ostsee, in nur rund zwei Meter Tiefe. Er atmet, sein Körper senkt sich auf und nieder, er gibt Geräusche von sich und hebt gelegentlich den Kopf, doch wirkt geschwächt. Einsatzkräfte der Polizei sperrten den Bereich von Land und von der Wasserseite ab, damit das Tier nicht gestört wird. Muss der Wal gefüttert werden? Warum wird der Wal nicht gefüttert? „Er braucht bis zu 100 Kilogramm Futter am Tag. Da er sich aber die vergangenen Wochen gut ernährt hat, kann man davon ausgehen, dass er noch nicht abgemagert ist“, sagt Ursula Siebert von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. „Aber je länger er ohne Nahrung bleibt, desto kritischer wird es. Buckelwale machen bekanntlich lange Wanderungen, um ihre Futterquartiere zu erreichen. Wie lange er durchhält, ist schwer vorhersehbar.“ Drohnen überwachen die Lage aus der Luft. Laut den Einsatzkräften handelt es sich vermutlich um einen jungen männlichen Buckelwal. Diese Tiere sind häufig allein unterwegs. Solche große Arten sind in den Ozeanen zu Hause, doch Lärm oder Neugierde oder das Verfolgen von Fischschwärmen könnten sie in flachere Gewässer führen. Die Ostsee ist für sie gefährlich, weil ihr Salzgehalt zu gering ist. Erster Befreiungsversuch mit Saugbagger Zahlreiche Institutionen sind in die Rettung des Wals eingebunden. Mit Booten hatten Helfer etwa eine ganze Nacht gezielt Wellen erzeugt, um den Körper des Wals feucht zu halten. Außerdem hofften die Retter, dass sich das Tier durch die zusätzlichen Wellen vielleicht selbst befreien kann. Am Dienstag war ein erster Befreiungsversuch mit einem Saugbagger, der schon einmal eine Vertiefung für den Wal schaffen sollte, ergebnislos abgebrochen worden. Das Gerät grub zwar einen ersten Kanal, der Bagger hatte nicht genug Kraft, um genug von dem festen Sand wegzuschaffen. Daraufhin wurde nun der neue Plan mit dem Einsatz des größeren Schwimmbaggers entwickelt. Dem Sprecher von Sea Shepherd zufolge handelt es sich um einen Bagger auf Pontons, der an den Wal herangebracht werden soll. Der Gemeinde zufolge soll er den Bereich um den Wal freispülen, damit dieser sich befreien und einen Weg zurück in tieferes Wasser finden kann. Laut Sea Shepherd ist der Wal zu schwach, um mit einem Seil aus seiner Lage gezogen zu werden. Er könnte sich dabei verletzen. Er wies zudem unter anderem starken Bewuchs in Folge einer Hautkrankheit auf. Einige vermuten, der Wal könnte sich bewusst an die Stelle begeben haben, um sich auszuruhen. Es könnte auch noch trauriger sein, womöglich wollte der Wal seine letzte Ruhe finden. Auch Verena-Platt-Till, Meeresschutzreferentin beim BUND SH, hält das laut NDR (verlinkt auf https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-in-der-luebecker-bucht-ostsee-rettung-bisher-ohne-erfolg,wal-180.html) für möglich. „Manche Wale machen das: Sie suchen flache Gewässer auf, wenn es ihnen nicht gut geht. Sie stranden quasi, um zu sterben.“ Möglicherweise handelt es sich bei dem gestrandeten Tier um denselben Wal, der sich vor zwei Wochen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns bei Steinbeck in einem Fischernetz verfangen hatte (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/article69b0858b64d1f5a2cd519440/wal-verfaengt-sich-vor-ostseekueste-in-fischernetz.html) . Eine Woche zuvor war im Hafen von Wismar ebenfalls ein größerer Wal gesichtet worden.