Die Geiselnahme in einer Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig ist nach Polizeiangaben ohne Verletzte beendet worden. Der oder die Täter hätten sich bei einer Durchsuchung des Gebäudes durch Spezialkräfte nicht mehr am Tatort befunden, teilte die Polizei in Koblenz am Freitag mit. Zwei in einem Tresorraum eingeschlossene Personen, bei denen es sich wohl um Opfer handelt, seien von den Einsatzkräften unverletzt befreit worden, hieß es. Ob Geld gestohlen worden sei, könne im Moment nicht gesagt werden. Die Fahndung laufe. Details zu dem oder den Tätern wollte die Polizei nicht nennen. Ein Sprecher sagte, es habe keinen Kontakt mit ihnen gegeben. Eine Beschreibung der Verdächtigen liege noch nicht vor. Angesichts der neuen Erkenntnisse sei davon auszugehen, dass sich der oder die Täter bereits „unmittelbar nach Einschließen der Personen in den Tresorraum“ am Vormittag „auf bislang nicht bekanntem Weg“ vom Tatort entfernt hätten, erklärte die Polizei. Die Ermittlungen zur Tat und dem genauen Ablauf laufen. „Wir sind über den Tag von einer Geiselnahme ausgegangen“, sagte ein Polizeisprecher. Ob die Tat mit den aktuellen Erkenntnissen weiterhin so bezeichnet werden könne, müsse geklärt werden. Ein Tatbestand sei Freiheitsberaubung. Ob auch Raub dazuzähle, gab der Sprecher nicht an. Der Unterschied zwischen einer Geiselnahme und Freiheitsberaubung liegt vor allem in der zusätzlichen Nötigungskomponente und den Forderungen, die bei einer Geiselnahme hinzukommen. Die Polizei wurde gegen 9 Uhr über die Tat informiert. Ausgelöst worden war der Einsatz nach Angaben des Sprechers am Vormittag durch einen automatisierten Notruf über einen Alarmgeber. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot und einer Verhandlungsgruppe vor Ort. In ersten Meldungen der Polizei war von mehreren Tätern und Geiseln in der Bank die Rede. Das Gebiet rund um die Bankfiliale mitten in Sinzig wurde weiträumig abgesperrt. Für die Bevölkerung außerhalb des abgesperrten Gebiets bestand laut Polizei keine Gefahr. Innerhalb der Sperrzone befänden sich Bewohner in ihren Häusern, die sie nicht verlassen sollten, hieß es von der Polizei. Ein Augenzeuge sagte dem Portal „ T-Online (verlinkt auf https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_101246594/geiselnahme-in-sinzig-polizei-umstellt-volksbank-filiale.html) “, ein Helikopter kreise über der Stadt, die Innenstadt sei abgeriegelt. Laut „Bild“-Zeitung wurde ein Insasse eines Geldtransporters am Morgen vor der Bank abgefangen und bedroht. Das Fahrzeug war später noch vor Ort zu sehen. Die Polizei bat am Freitag darum, „keine ungeprüften Mitteilungen über die sozialen Netzwerke zu verbreiten“. Sinzig ist eine Kleinstadt mit etwa 17.000 Einwohnern im Kreis Ahrweiler. Sie liegt am Rhein im nördlichen Rheinland-Pfalz zwischen Koblenz und Bonn. Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.