Das erste Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft birgt viel Brisanz. Weniger am Spielort, sondern in Frankreich. Wenn Marokko (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/article6a4f8d84fe4170d03593b792/wm-2026-warum-schlagen-sie-mich-eklat-auf-marokkos-pressekonferenz.html) und Frankreich am Donnerstagabend (22 Uhr, ARD, MagentaTV und im Liveticker bei WELT (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/wm/ma10714031/frankreich_marokko/liveticker/) ) in Boston gegeneinander spielen, herrscht in Frankreich erhöhte Alarmbereitschaft. Die Behörden sind gewarnt, denn sie fürchten nach der Partie überall im Land Ausschreitungen. Vorsorglich haben die französischen Behörden die Fußballfans zu friedlichem Verhalten ermahnt. „Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein aller. Es muss ein Fest bleiben“, sagte Sportministerin Marina Ferrari dem Sender France Info. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, dass „keinerlei Fehlverhalten toleriert werde“. Die Sicherheitskräfte im ganzen Land würden in Alarmbereitschaft versetzt. Am Rande der Spiele der beiden Mannschaften hatte es in der Vergangenheit immer wieder Ausschreitungen gegeben. Als Frankreich (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/frankreich/) im WM-Halbfinale 2022 gegen Marokko gewann, verliefen die Feierlichkeiten aber weitgehend friedlich. Wegen Ausschreitungen im Zuge der Feiern nach dem Champions-League-Triumph von Paris Saint‑Germain (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/paris-st-germain/) gegen den FC Arsenal Ende Mai hatte die französische Polizei hunderte Menschen in Gewahrsam genommen. Größte marokkanische Diaspora in Frankreich Marokko erlangte 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und unterhält heute weitgehend normale Beziehungen zur einstigen Kolonialmacht. Mehrere Spieler der marokkanischen Nationalmannschaft wurden in Frankreich geboren und stehen bei französischen Vereinen unter Vertrag. Marokkos Kapitän Achraf Hakimi spielt für Paris Saint-Germain. In Frankreich leben Schätzungen zufolge 2,5 Millionen Menschen mit marokkanischem Migrationshintergrund – rund 500.000 von ihnen besitzen noch die marokkanische Staatsbürgerschaft. Frankreich beherbergt damit die größte marokkanische Diaspora weltweit.