Welt 28.03.2026
21:27 Uhr

„Faschisten im Weißen Haus“ – Über acht Millionen Menschen bei landesweiten Anti-Trump-Demos


Bei den landesweiten „No Kings“-Protesten in den USA gingen am Samstag nach Organisatorenangaben über acht Millionen Menschen gegen Präsident Donald Trump auf die Straße. In allen 50 Bundesstaaten demonstrierten die Menschen – offizielle Zahlen liegen noch nicht vor.

„Faschisten im Weißen Haus“ – Über acht Millionen Menschen bei landesweiten Anti-Trump-Demos

Millionen von Menschen sind in den USA bei den dritten landesweiten Großdemonstrationen unter dem Motto „No Kings“ (Keine Könige) gegen Präsident Donald Trump und seine als autoritär kritisierte Regierungsführung auf die Straßen gegangen. In allen 50 Bundesstaaten protestierten am Samstag „mindestens acht Millionen Menschen“ bei über 3300 Demonstrationen, von großen Städten bis zu kleinen Ortschaften, teilten die Organisatoren der Proteste mit. Die US-Behörden veröffentlichten zunächst keine Schätzungen über die Gesamtzahl der Demonstrierenden. Es war bereits der dritte und bislang weitreichendste Protesttag unter dem Motto „No Kings“ seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor 14 Monaten. Beim ersten Protesttag am 79. Geburtstag des US-Präsidenten hatten im Juni mehrere Millionen Menschen demonstriert, im Juni gingen Schätzungen zufolge sieben Millionen US-Bürger gegen Trump auf die Straße. In der US-Hauptstadt Washington zogen am Morgen nach Beobachtung einer dpa-Reporterin geschätzt Zehntausende Demonstranten, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt. Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3000 Kundgebungen mit insgesamt rund neun Millionen Teilnehmern. Sie sprachen von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes – unabhängig überprüft sind die Zahlen bislang nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen jedoch schon Millionen Menschen auf die Straße (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article68f3be8e7e2d7167e63ba516/usa-landesweite-no-kings-massendemos-millionen-wollen-gegen-trump-auf-die-strasse-gehen.html) gebracht. In Sprechchören beklagten die Demonstranten in Washington vor „Faschisten im Weißen Haus“. Einer Pappfigur, die Trumps Vizestabschef Stephen Miller, ein führender Kopf seiner MAGA-Bewegung, darstellen sollte, hing das Namensschild „Adolf“ für Adolf Hitler um. Viele kamen, um auch international ein Zeichen zu setzen. Eine Demonstrantin, die gegen Trumps Pläne einer vorübergehenden Schließung des berühmten Washingtoner Kulturhauses Kennedy Center auf die Straße ging, sagte der dpa, die Leute in Deutschland sollten sehen, dass es in Amerika Protest gegen die Trump-Regierung gebe. Zentrale Veranstaltung in Minnesota Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste gilt eine Großkundgebung in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, wo am Samstagnachmittag bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Hintergrund sind unter anderem Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen Migranten, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Bei den Einsätzen kamen auch zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69764c2ff5499fb954b6562a/unruhen-in-minnesota-es-ist-unertraeglich-videos-aus-minneapolis-sorgen-fuer-kontroverse-ueber-toedliche-schuesse.html) ums Leben. Zu den angekündigten Teilnehmern in St. Paul zählen prominente Unterstützer aus Kultur und Politik, darunter der Musiker Bruce Springsteen und die Sängerin Joan Baez sowie die Schauspielerin Jane Fonda. Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders sowie weitere Aktivisten und Politiker werden erwartet. Auch in zahlreichen weiteren Städten – von großen Metropolen bis hin zu kleineren Orten – waren Demonstrationen geplant oder bereits angelaufen. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein großer Teil der Anmeldungen auch aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten. Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin hatte die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung bezeichnet. Auch Menschen in Deutschland demonstrieren gegen Trump Auch außerhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt/Main und Düsseldorf statt. Auf Plakaten warfen einige hundert Demonstranten in Berlin Trump Angriffe auf die Demokratie vor, kritisierten die Einwanderungsbehörde ICE oder forderten die vollständige Freigabe der sogenannten Epstein-Akten (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69abd1bfa3969a77139461da/epstein-skandal-justizministerium-veroeffentlicht-fehlende-akten-mit-schweren-vorwuerfen-gegen-trump.html) , die sich um den Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein drehen. Auch international formierte sich Widerstand. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf statt. Auf Plakaten warfen einige hundert Demonstranten in Berlin Trump Angriffe auf die Demokratie vor, kritisierten die Einwanderungsbehörde ICE oder forderten die vollständige Freigabe der sogenannten Epstein-Akten, die sich um den Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein drehen. In München versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz. In Frankfurt kamen nach dpa-Informationen rund 120 Teilnehmer zusammen.