Eigentlich wäre gerade Buchungshochsaison. Aber der Iran-Krieg hat die Planungen zahlreicher Urlauber durcheinander geworfen. Viele überlegen sich im Augenblick verzweifelt: Wohin kann ich überhaupt noch reisen? Dabei muss die Aussicht gar nicht mal so negativ sein. Hier ist die Übersicht der Gewinner- und Verliererländer und der unauffälligen Regionen, von denen einige die stillen Profiteure dieses Reisesommers werden könnten. Die Verlierer Neben den Kriegsgebieten stark getroffen sind alle Länder, für die das deutsche Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Und das sind vor allem die Emirate und Oman (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/oman/) . Sie waren die Gewinner der vergangenen Reisejahre. Die Kombination aus Sonnengarantie, luxuriösen Hotels und exzellenten Preisen zog Hunderttausende an. Das ist seit dem 28. Februar Geschichte. Ziele wie Dubai (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dubai-reisen/) , Katar (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/katar-reisen/) und Abu Dhabi (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/abu-dhabi-staedtereise/) sind zwar keine Kriegspartei, wurden aber trotzdem vom Iran (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/iran-politik/) bombardiert und so in den Konflikt hineingezogen. Wer unbedingt will, kann weiter nach Dubai (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dubai-reisen/) reisen, wird vor Ort aber ziemlich allein sein. Ebenfalls touristisch stark beeinträchtigt sind wichtige Reiseziele wie Ägypten (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/aegypten-reisen/) , die Türkei (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/tuerkei-reisen/) und das kleine Zypern (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/zypern-reisen/) . Zwar sind die Urlaubszentren an der Bucht von Antalya, um Ayia Napa und am Roten Meer bislang nicht betroffen, das deutsche Auswärtige Amt sieht die Lage auch als sicher an. Aber es empfiehlt etwa bei Reisen nach Ägypten „besondere Vorsicht“ walten zu lassen und „auf Ihre persönliche Krisenvorsorge“ zu achten. Angesichts solcher Empfehlungen stellt sich bei den meisten Menschen eher keine Ferienstimmung ein. Krieg für Versicherungen kein Rücktrittsgrund Wer sich in solche Gegenden aufmacht, sollte im Augenblick eher pauschal buchen als individuell, weil sich dann im Fall des Falles der Veranstalter kümmern muss. Sogenannte Flex-Reservierungen machen kurzfristiges Stornieren möglich. Die ersten Anbieter schließen Flex schon automatisch ein. Reiserücktrittskostenversicherungen decken dagegen typischerweise nur persönliche Rücktrittsgründe wie Erkrankung oder Unfall ab – Krieg, Unruhen und Terror sind in der Regel ausdrücklich ausgeschlossen. Reiseflaute herrscht aktuell auch bei weiteren Reisezielen: Das sind zunächst alle, die im Fernsehen auf den Landkarten der Golfregion oft abgebildet werden, wenn vom Nahostkrieg berichtet wird. Georgien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/georgien-reisen/) und Bulgarien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bulgarien-reisen/) mögen Tausende Kilometer weit weg sein, die Reisebuchungen dorthin sind trotzdem verebbt. Das gilt mit Einschränkungen sogar für Griechenland (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/griechenland-reisen/) , wo seit 28. Februar die neuen Reisebuchungen auch merklich zurückgegangen sind. Urlauber entscheiden sich eben nicht nach Fakten, sondern nach Gefühl. Explosion der Flugpreise Hart getroffen hat der Iran-Krieg schließlich den gesamten Fernen Osten, weil nun mal die Flüge nach Thailand (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/thailand-reisen/) , Bali (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bali-urlaub/) und Vietnam (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/vietnam-reisen/) meist über den Nahen Osten gehen und wegen des Ukraine-Kriegs bereits seit Jahren die direkten Wege versperrt sind. Flüge nach Asien waren bereits wenige Tage nach Ausbruch des Iran-Kriegs dreimal so teuer wie davor. Überhaupt dürfte es, wenn der Krieg noch länger andauert, alle Flugfernreisen treffen. Denn die steigenden Kerosinpreise werden die Ticketpreise erhöhen. Auch weite Autoreisen könnten zunehmend unattraktiv werden, solange die Spritpreise auf hohem Niveau verharren. Die Gewinner Trotz des Kriegs im Nahen Osten bleibt die Reiselust groß, wie die großen Umfrageinstitute ermittelt haben. Und wohin zieht es die Sonnenhungrigen? Ist das östliche Mittelmeer (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/mittelmeer-urlaub/) nicht gefragt, dann jubelt das westliche Mittelmeer. Das war schon immer so. Vor allem Spanien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/spanien-reisen/) dürfte profitieren. Auch die Hoteliers in Portugal (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/portugal-reisen/) und Südfrankreich (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/frankreich-reisen/) dürften zu den Gewinnern zählen und ziehen teils sogar die Preise an. Und als Fernreise-Alternative zu Südostasien empfehlen sich die Karibik (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/karibik-urlaub/) , Kanada (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/kanada-reisen/) und plötzlich auch wieder die USA (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/usa-reisen/) . Neben den offensichtlichen Gewinner- und Verliererzielen gibt es noch einige Länder und Reiseformen, die man vielleicht nicht gleich auf dem Schirm hat. Zu den alternativen Zielen könnten Tunesien und Marokko zählen. Vor allem Tunesien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/tunesien-reisen/) ist vermutlich das einzige Land, das vom Angebot und Reisepreis her vergleichbare Strukturen bieten kann wie Ägypten und die Türkei. Daneben verkauft sich momentan alles gut, was weit weg ist von der Krise: Das sind zum Beispiel die Kapverden (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/kapverden-urlaub/) , die Kanaren (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/kanaren-urlaub/) , Madeira (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/madeira-urlaub/) und die Azoren (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/azoren/) . Kreuzfahrt auf Alternativrouten Dazu kommen einige Reiseformen, die gerade den Urlaubswünschen entsprechen. Ganz vorne sind da Kreuzfahrten (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/kreuzfahrten/) . Diese waren zwar im Arabischen Golf durchaus vom Kriegsausbruch betroffen, aber sie dürften trotzdem ihren Höhenflug fortsetzen. Das liegt einfach daran, dass Kreuzfahrtrouten schnell verlegt werden können. Wenn es im Oman brenzlig wird, geht es eben auf die Bermudas und nach Mexiko (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/mexiko-reisen/) . Außerdem reüssieren wie immer, wenn es in der Weltgeschichte brenzlig wird, die Nahziele. Die italienische Adria und die Riviera freuen sich bereits. Und je länger der Iran-Krieg dauert, wird sicher auch Deutschland (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/deutschland-reisen/) als Reiseland profitieren. Und schließlich profitiert am Ende vielleicht sogar der preisbewusste Last-Minute-Urlauber. In der Krise werden die Hoteliers in betroffenen Länder wie Türkei und Ägypten wohl nervös werden und hohe Preisabschläge einräumen. Ein Mittel, bei dem trotz Krisen und Kriegen, manche Reisende anbeißen.