Welt 10.05.2026
21:38 Uhr

Deutsche Passagiere nach Evakuierung gelandet – Französischer Gast zeigt auf Rückflug Symptome


Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ haben evakuierte Passagiere und Besatzungsmitglieder die Heimreise angetreten. Einer der französischen Passagiere soll auf dem Rückflug nach Paris Symptome gezeigt haben.

Deutsche Passagiere nach Evakuierung gelandet – Französischer Gast zeigt auf Rückflug Symptome

Vor der Kanareninsel Teneriffa hat die Evakuierung von Passagieren und Besatzungsmitgliedern des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ begonnen. Erste Gruppen von Passagieren wurden mit Booten in den Hafen von Granadilla gebracht und von dort zum Flughafen gefahren. Die ersten Evakuierten trafen am Sonntag in Madrid und Paris ein. „Der gesamte Einsatz verläuft planmäßig“, sagte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García. Die „Hondius“ hatte Teneriffa am frühen Sonntagmorgen erreicht, nachdem sie am 6. Mai Kap Verde verlassen hatte. Die 15 spanischen Staatsbürger an Bord, darunter ein Besatzungsmitglied, durften das Schiff als Erste verlassen und starteten wenig später von der Kanareninsel aus in Richtung der spanischen Hauptstadt Madrid. Dort sollten sie unter Quarantäne gestellt werden, wie die spanischen Behörden mitteilten. Passagiere und Einsatzkräfte trugen während der Evakuierung Schutzanzüge, Masken und Atemschutzgeräte. Deutsche „Hondius“-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt Die vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind auf dem Weg nach Frankfurt. Mehrere Rettungswagen brachen am späten Abend vom Flughafen Eindhoven aus Richtung Deutschland auf. Der sogenannte Sonderisoliertransport bringt die Passagiere nach Frankfurt. Von dort werden sie anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht. Einer der deutschen Passagiere des vom Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ soll in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt „aus der Region Berlin-Brandenburg“. Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit. Zuvor waren im Rahmen der Evakuierungsaktion auf der spanischen Urlaubsinsel drei Flugzeuge jeweils mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA sollten bis zum Abend folgen. Am Montag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien zum Einsatz kommen. Einer der ausgeflogenen fünf französischen Passagiere soll auf dem Rückflug von Teneriffa nach Paris Symptome gezeigt haben. Wie Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu mitteilte, wurden daher alle fünf Passagiere sofort bis auf weiteres unter strenge Quarantäne gestellt. Sie würden medizinisch versorgt und würden Tests sowie einer medizinischen Untersuchung unterzogen. Welche Symptome der Passagier entwickelt haben soll, präzisierte der Premierminister nicht. „Noch heute Abend werde ich ein Dekret erlassen, das es ermöglicht, geeignete Isolationsmaßnahmen für Kontaktpersonen zu ergreifen und die allgemeine Bevölkerung zu schützen“, kündigte der Premierminister an. Die „Hondius“ war am frühen Sonntagvormittag in den Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingefahren. Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord. Laut den jüngsten Angaben der WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Sobald die Menschen von Bord sind, soll die „Hondius“ ihre Fahrt mit einem Teil der Crew sofort fortsetzen und Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll der Leichnam der an Bord gestorbenen Deutschen vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffes wird in den Niederlanden vorgenommen. Bis nach Rotterdam ist die „Hondius“ rund fünf Tage unterwegs. Wann sie dort ankommen soll, ist noch nicht bekannt. „Hondius“ fährt weiter nach Rotterdam Das Hantavirus wird in der Regel von Nagetieren auf den Menschen übertragen. Nur bei dem in Südamerika vorkommenden Virustyp ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Der Ausbruch der südamerikanischen Andes-Variante des Virus auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff löste weltweit Besorgnis aus – auch und gerade wegen der Erinnerung an die Corona-Pandemie. Vor allem auf den Kanaren äußerten Menschen Angst wegen einer möglichen Infektion mit dem potenziell tödlichen Virus.