Wir leben in teuren Zeiten. Ein voller Zehnliter-Kanister mit Diesel ist derzeit ja fast ein Statussymbol wie einst der Nerzmantel oder das Autotelefon. Bei diesen Preisen wundert es nicht, dass ein Trend immer trendiger wird – der Haustausch im Urlaub. Man stellt seines zur Verfügung, zieht dafür in ein anderes und spart Geld. Laut der Plattform „HomeExchange“ sei diese Art der Ferien jüngst sprunghaft angestiegen, in den zurückliegenden Osterferien um 24 Prozent. Dabei ist Andy Milne in dieser Statistik nicht mal drin. Der 62-Jährige hat nämlich keinen Bock aufs Tauschen, er geht für den nächsten großen Trip gleich aufs Ganze und verkauft die Hütte. Der Engländer ist großer Fußballfan und möchte seine Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in den USA (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/) unterstützen. Da die Fifa und die amerikanischen Gastgeber mit wahnwitzigen Preisen für Tickets, Hotels und Transport jeden Cent aus ihren Gästen herauspressen (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/article69e7207d2b77976b1d64feb7/kosten-bei-fussball-wm-sie-koennen-es-sich-schlichtweg-nicht-leisten-das-groesste-globale-fussballereignis-zu-besuchen.html) , veräußert Milne nun sein Haus. „Ich möchte das ganze Turnier sehen, und das wird teuer“, sagte er dem „Mirror“, „es ist der richtige Moment, Geld mit unserem Haus zu machen.“ Rund 400.000 Euro soll der Verkauf bringen, das dürfte sogar für Infantinos Größenwahn-Event reichen. Keine Sorge, der Mann ist nicht obdachlos Milne hat es in England zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Er war bereits als Fan bei zehn Weltmeisterschaften dabei, neunmal bei den Männern, einmal bei den Frauen. Er hält dabei auf den Tribünen der Welt stets in Händen, wonach sich die englischen Spieler seit 1966 vergeblich recken: den Weltmeister-Pokal, also eine Replik natürlich. Sie müssen sich übrigens keine Sorgen machen, liebe Leser: Milne ist nach der Weltmeisterschaft nicht obdachlos. Der berentete Lehrer lebt seit Jahren in Thailand. Seine dortige Unterkunft kann er bei künftigen Reiseplänen dann ja zum Tausch anbieten. Das ist ohnehin erfolgversprechender als ein Haus im eher schattigen Norden Englands.