Die deutsche Nationalmannschaft ist auf dem Weg in die USA, wo sie am kommenden Samstag in Chicago gegen den Gastgeber (20.30 Uhr, RTL und im Liveticker bei WELT (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/lsp/ma11750164/usa_deutschland/liveticker/) ) ihr abschließendes Testspiel absolvieren wird, bevor sie am 14. Juni gegen Curaçao ins Turnier startet. Doch vor dem Spiel gegen die USA steht für die Mannschaft von Julian Nagelsmann (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/julian-nagelsmann/) Regelkunde auf dem Stundenplan. In einem Onlineworkshop der Fifa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fifa/) erhalten die Nationalspieler eine Schulung zu den Regeländerungen, die bei der Weltmeisterschaft greifen. Das Ziel der neuen Regeln: Das Spiel soll schneller werden, dafür soll es weniger Zeitspiel und Unterbrechungen geben. Auch der Videoschiedsrichter bekommt bei den 104 WM-Partien mehr Befugnisse. Neue Regeln bei Roten Karten Bedeckt sich ein Spieler mit der Hand oder dem Trikot den Mund, um Lippenlesen zu verhindern, muss der Schiedsrichter (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schiedsrichter/) ihn mit einer Roten Karte vom Feld schicken. „Aber nur, wenn es eine konfrontative Konversation ist. Wenn es freundschaftlich ist, beispielsweise zwischen zwei Mitspielern, wird nicht eingegriffen“, sagte Pierluigi Collina, Vorsitzender der Fifa-Schiedsrichterkommission. Im vergangenen April hatte Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon Vinicius Junior im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid mutmaßlich rassistisch beleidigt, dabei aber sein Trikot über den Mund gezogen. Prestianni wurde nachträglich gesperrt (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/champions-league/article699c69c7d2efdf1bd0d2fd0b/real-madrid-rassismus-skandal-um-vinicius-uefa-zieht-benfica-profi-vorlaeufig-aus-dem-verkehr.html) . Künftig würde er dank der neuen Regel sofort vom Platz gestellt werden. Es gibt noch eine weitere neue Regel, die das Zeigen einer Roten Karte erforderlich macht. Im Finale des Afrika-Cups hatten die Spieler des Senegal gegen Marokko aus Protest gegen Schiedsrichterentscheidungen das Feld verlassen. Auch in dem Fall soll es künftig Rot geben, genauso für Trainer und Offizielle, die vom Spielfeldrand aus ihre Spieler dazu ermutigen. Neue Zeitspielregeln Das Spiel soll noch schneller und der Spielfluss erhöht werden. So greift ab sofort bei Abschlägen und Abwürfen der Torhüter eine Fünf-Sekunden-Regel. Der Schiedsrichter startet nach eigenem Ermessen sichtbar einen Countdown. Verlässt der Ball nicht schnell genug die Hand des Keepers, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Eckball zugesprochen. Auch das Zeitspiel bei Wechseln soll minimiert werden. Der Auswechselspieler hat nur noch zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Dauert es länger, muss der Einwechselspieler mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf. Seine Mannschaft spielt dann in Unterzahl. Ausnahme: Der Auswechselspieler ist verletzt und kann dadurch nicht schnell genug vom Platz. Auch beim Zeitspiel bei Verletzungspausen greift die Fifa ab sofort stärker ein: Der behandelte Spieler darf erst nach einer Minute wieder eingewechselt werden. Seine Mannschaft spielt auch hier in Unterzahl. Neue VAR-Regeln Beim Einsatz des Videoschiedsrichters gibt es Neuerungen. Im Falle eines Platzverweises nach Gelb-Rot darf jetzt die Korrektheit der zweiten Gelben Karte überprüft werden – nicht aber der ersten Gelben Karte. Wird der falsche Spieler mit Gelb oder Rot bestraft, wird künftig auch eingegriffen, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft bestraft wurde. Begeht ein Spieler der angreifenden Mannschaft vor der Ausführung eines ruhenden Balls ein klares Foul an einem Verteidiger, das diesen am Verteidigen hindert, und aus der Szene entsteht ein Tor, darf der VAR künftig eingreifen. Das Spiel soll dann mit Freistoß für die verteidigende Mannschaft fortgesetzt werden. Trinkpausen-Regelung Bei vielen WM-Spielen werden die Spieler mit der Hitze zu kämpfen haben. Bei allen 104 Partien wird es pro Halbzeit nach rund 22 gespielten Minuten eine dreiminütige Trinkpause geben – unabhängig vom Stadion und den klimatischen Bedingungen.