Wie soll es mit dem vor Poel gestrandeten Buckelwal weitergehen? Den Wal mit Luftkissen anzuheben und mithilfe von Pontons und einer Plane abzutransportieren, komme jedenfalls nicht infrage, hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwochabend gesagt. Nach Informationen der „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/ostsee/wal-rettung-im-liveticker-das-geheimnis-der-timmy-tuecher-69c25182ffcdb2ce7075be7e) haben die Wal-Retter ihr Konzept grundlegend überarbeitet. Das Tier soll nun mit einer sogenannten Schute in Richtung offene See gezogen werden. Bei einer Schute handelt es sich um einen flutbaren Lastkahn ohne eigenen Antrieb. Verfolgen Sie die Wal-Rettung im Livestream (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/video69e0a7f27711c440ff1d8b41/ostsee-sehen-sie-hier-die-wal-rettung-im-livestream.html) Der Vorteil: Die Schute kann mit Wasser gefüllt werden, sodass das Tier vollständig im Wasser bleibt, sich zugleich aber nicht unkontrolliert bewegen kann. Das soll einen stabileren und sichereren Transport ermöglichen als das bisher geplante System. Dem Bericht nach sei das Konzept Backhaus bereits vorgestellt worden, Einwände habe es demnach nicht gegeben. Noch heute könnte ein Rettungsversuch starten. Der Buckelwal liegt weiterhin in der freigespülten Kuhle am Ende der Kirchsee. Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei beobachteten das Tier in der Nacht durchgehend. „Wir waren die ganze Nacht vor Ort. Er war nicht so aktiv“, sagte ein Sprecher am Morgen. Auf Livestreams war zu sehen, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger nur gelegentlich leicht bewegt. Sein Atem war an der typischen Wasserfontäne regelmäßig zu erkennen. Parallel dazu arbeiten Helfer und Behörden unter Hochdruck an weiteren Anpassungen des Rettungsplans, die sowohl fachlich abgestimmt als auch am Verhalten des Tieres ausgerichtet sein sollen. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger äußerte sich skeptisch zu den laufenden Rettungsversuchen. „Die Situation bedeutet für den Wal wahrscheinlich enormen Stress“, sagte er „t-online“. Zu dem Tier selbst sagte er, der Buckelwal habe sich „in eine Falle begeben, weil er sich weit von seinen eigentlichen Lebensräumen entfernt hat“. Der Fall könne Deutschland nach Einschätzung Krügers noch lange beschäftigen, weil Wale „wochen- und monatelang“ ohne Futter auskommen könnten. Gunz holt neue Experten nach Deutschland, Wallace warnt Die aus dem Rettungsteam ausgeschiedene US-Tierärztin Jenna Wallace warnt unterdessen vor den neuen Helfern, die Mediamarkt-Gründer Walter Gunz einfliegen will. Laut einem Bericht von „ Bild (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/mecklenburg-vorpommern/neue-experten-werden-eingeflogen-jetzt-soll-die-free-willy-crew-timmy-retten-69e8f30b94ed7fb19066b9d8) “ werden drei Mitarbeiter von Charles Vilnicks Organisation „The Whale Sanctuary“ nach Deutschland kommen. Vilnick selbst war an der Auswilderung des Orcas Keiko beteiligt, der durch den Hollywood-Film „Free Willy“ bekannt wurde. Der Wal starb während der Rettungsaktion allerdings an einer Lungenentzündung. Jenna Wallace kritisiert die Entscheidung scharf: „Vinick ist weder Meeresbiologe noch ein Doktor, er ist ein Betrüger. Das Einzige, was er kann, ist Spenden zu sammeln und dann nichts zu tun. Er ließ Wale verhungern, bei denen er vorgab, sie retten zu wollen.“ Das sagte sie dem Nachrichtenportal „t-online“. Wallace hatte am Montag die Insel Poel und das Team der privaten Rettungsinitiative für den gestrandeten Buckelwal verlassen. Sie warf den Beteiligten vor, durch ihr Verhalten die Rettung gefährdet zu haben. (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69e883e8ff0951f41af8f2d6/krimi-vor-poel-us-tieraerztin-prangert-drei-schwerwiegende-fehler-bei-der-buckelwal-rettung-an.html) Tierärztin im Koma – Zustand weiter kritisch Für zusätzliche Belastung sorgt die Lage im Team. Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert liegt weiterhin im Koma. Zudem gibt es neue Details: Mitinitiatorin Karin Walter-Mommert (verlinkt auf https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/interviews/karin-walter-mommert-ganze-nation-verfolgt-die-situation-des-wals-vor-poel,mvinterview-468.html) sagte dem NDR, Bahr-van Gemmert sei wegen Kreislaufproblemen und Anzeichen eines Schlaganfalls in die Klinik eingeliefert worden. Die Situation bleibe jedoch ernst: Die Ärztin musste notoperiert werden und ist weiterhin nicht außer Lebensgefahr. Laut „Bild“ sollte eine neue Tierärztin aus Hessen übernehmen. Sie selbst sagte, sie habe zwar wenig Erfahrung mit Walen, dafür aber umfassende Kenntnisse im Umgang mit Medikamenten – und keine Scheu vor der Behandlung des Tieres. Die Belastung für die Beteiligten bleibt hoch. Unterstützer sprechen von erschöpften Helfern, die seit Tagen kaum schlafen. Aufgeben will die Initiative dennoch nicht.