Welt 29.03.2026
08:20 Uhr

Buckelwal rettet sich erst, strandet dann erneut – Überleben bleibt ungewiss


Mal schwimmt er frei, dann steckt er wieder fest: Der gestrandete Buckelwal hält die Retter in Atem. Aktuell wurde das Tier in der Wismarbucht gesichtet. Die Retter rund um Greenpeace planen schon die nächste Aktion.

Buckelwal rettet sich erst, strandet dann erneut – Überleben bleibt ungewiss

Nach seiner zwischenzeitlichen Befreiung von einer Sandbank lag der Buckelwal am Sonntagmorgen noch immer in der Wismarbucht. Das bestätigten der Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern, Claus Tantzen, und die Organisation Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur. Ob der Wal dabei wieder auf einer Sandbank festhänge, sei noch unklar. Laut „Bild“-Zeitung (verlinkt auf https://www.bild.de/news/ostsee-wal-auf-naechster-sandbank-gestrandet-69c8b8d7b33459bf527731fb) ist dies aktuell der Fall, offiziell bestätigt ist es noch nicht. Die Wasserschutzpolizei sei nach wie vor im Einsatz, auch Greenpeace bemühe sich derzeit, zu dem Tier vorzudringen. Sollte das Tier wieder festsitzen, würden sie dann auch versuchen, ihn zu befreien, wie der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack der dpa sagte. Denkbar sei etwa, ihm Impulse zu geben. „Der Wal muss jetzt sehr schnell frei kommen, damit er überhaupt noch eine Chance hat“, so Maack. In der Nacht zum Sonntag war es dem 12 bis 15 Meter langen Meeressäuger mit steigendem Wasserstand zunächst gelungen, sich aus eigener Kraft von einer Sandbank in der Wismarer Bucht freizuschwimmen. Da die Gewässer in Küstennähe sehr flach sind, sei es aber ungewiss, ob der Wal womöglich erneut stranden werde, hatte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern da schon erklärt. Der Wal steckte zunächst seit dem vergangenen Montag auf einer Sandbank bei Timmendorfer Strand an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste fest. In der Nacht zum Freitag konnte er sich freischwimmen, nachdem Helfer mit Baggern den Meeresboden um das Tier ausgehoben und ihm eine Rinne gegraben hatten. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch Die Hoffnung war, dass sich das Tier in Richtung Nordsee bewegt, um schließlich wieder in den Atlantik zu gelangen. Diese erfüllte sich aber nicht. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern meldete am frühen Samstagnachmittag, dass der Wal in der Wismarbucht in der Nähe der Insel Walfisch gesichtet wurde – wo er sich schließlich erneut auf einer Sandbank festgeschwamm. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass es dem Tier nicht gutgeht“, erklärte daraufhin Umweltminister Till Backhaus (SPD). Warum der Wal vor Timmendorfer Strand aufgetaucht war, ist unklar. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie können nach Expertenangaben auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könne eine Rolle spielen. Experten zufolge werden immer mal wieder Großwale in der Ostsee gesichtet, \ndie dann nach Wochen auch den Weg in die salzreichere Nordsee zurückgefunden hätten. Nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier wahrscheinlich um den Wal, der zuvor bereits mehrfach vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet worden war und Anfang März durch sein Auftauchen im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte.