Welt 17.09.2026
09:01 Uhr

Brandmauer gegen AfD – diese Alternativen favorisiert die Union


CSU-Chef Markus Söder hat einen „Schutzwall“ gegen die AfD anstelle der üblichen „Brandmauer“ ins Spiel gebracht. Das kann aber nur der Anfang sein.

Brandmauer gegen AfD – diese Alternativen favorisiert die Union

Das „Modell Brandmauer“ sei gescheitert, hat Markus Söder unlängst am Rande einer Klausurtagung des CSU-Vorstandes in München festgestellt. Stattdessen befürwortet der bayerische Ministerpräsident einen „Schutzwall“ gegen die AfD (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6aa7a7e0240b302c8a843f63/union-vs-afd-soeder-erklaert-brandmauer-fuer-gescheitert-und-bringt-einen-schutzwall-ins-spiel.html) und den Bruder von Hubert Aiwanger (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article247117706/Vorfall-vor-35-Jahren-Aiwanger-weist-Vorwuerfe-zurueck-Bruder-Helmut-gesteht-Flugblatt-verfasst-zu-haben.html) – eine obskure Erdaufschüttung, die es laut Söder dank der Christsozialen zwischen Aschaffenburg und Sonthofen bereits gebe. In der Folge dieses innovativen sprachlichen Vorstoßes ist es innerhalb der Union nun zu einem regelrechten Ideen-Feuerwerk gekommen, wie man den Umgang mit der AfD künftig regeln soll. Da das Wort „Schutzwall“ ähnlich spröde und rückwärtsgewandt klinge wie „Brandmauer“, machen sich fortschrittliche Abgeordnete von CDU und CSU für eine Variante stark, mit der man vor allem die Menschen in Vororten und ländlichen Gegenden ansprechen wolle: Demnach seien Drahtschotterkästen deutlich zeitgemäßer (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/plus191651791/Steingaerten-Umweltschuetzer-kritisieren-Schotter-Wuesten-als-Oekosuende.html) und beliebter. Junge Union für Paywall Andere in der Union sprechen sich für eine flexiblere Lösung aus. Eine Spanische Wand sei beispielsweise viel einfacher aufzubauen als eine Brandmauer oder ein antifaschistischer Schutzwall (der ja auch schon mal 28 Jahre lang stehen bleiben könne). Allerdings dürfte der Name auf die AfD zu abschreckend wirken, weshalb man sich in den Unionsreihen eher eine „Ballermann-Wand“ aus Sangria-Eimern vorstellen könnte. Nicht unbedingt als Schutz, sondern eher zum Schönsaufen von Wahlergebnissen. Weitere Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch. Darunter eine „Firewall“, die allerdings aufgrund der ständigen Angriffe russischer Hacker regelmäßig neu gestartet werden müsste. Die Junge Union wiederum favorisiert eine Paywall. Kontakte zur AfD wären möglich – allerdings nur nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements. Besonders praktisch sei, dass man unerwünschte Inhalte einfach wegklicken könne. Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern abwarten? Besonders elegant wäre nach Ansicht mehrerer Abgeordneter auch ein Sichtschutz aus Milchglas. Damit wäre die AfD zwar noch da, aber nur noch schemenhaft erkennbar. „Und falls wir doch einmal mit ihr zusammenarbeiten müssen, können wir hinterher behaupten, wir hätten sie gar nicht richtig gesehen“, heißt es. Als größter Favorit gilt jedoch eine Konstruktion aus Maschendraht, weil diese es erlaube, sich in Ruhe etwas von der AfD abzuschauen. Wobei man in der Union davon ausgeht, dass nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article6aa8c362250f8ce245e4cfce/merz-haelt-an-der-koalition-und-am-reformkurs-fest.html) erst mal ein großer Baustellenzaun vor dem Kanzleramt aufgestellt werden muss. Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf https://www.facebook.com/glasauge.satire) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!