Welt 29.07.2026
08:06 Uhr

Antonio Rüdiger deutete seinen Rücktritt schon an


Wie sieht die deutsche Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp aus, mit wem arbeitet der neue Bundestrainer zusammen? Weitere Details werden nun bekannt.

Antonio Rüdiger deutete seinen Rücktritt schon an

Noch darf Jürgen Klopp ein wenig durchschnaufen, bevor er seine große Mission angeht: Der neue Bundestrainer will die deutsche Nationalmannschaft wieder an die Weltspitze heranführen. Für Mitte August in Frankfurt sind die ersten Sitzungen mit seinem Trainerteam geplant. Die Vision, wie Klopp seinen „Heavy Metal“-Fußball bei der Nationalmannschaft umsetzen will, gibt es bereits. Klopp hat sich die Nummern der Nationalspieler zukommen lassen, um mit einem nach dem anderen in Kontakt zu treten. Beim DFB hat er schon einen Teil seiner Spielidee (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/article6a678fe6a848119a099b5dd3/voeller-kritisiert-wm-zweiten-ich-moechte-keine-mannschaft-haben-die-spielt-wie-argentinien-das-hat-mit-fussball-nichts-zu-tun.html) ausgegeben. Folgende Kernpunkte erwarten die Spieler, wenn Klopp sie am 20. September für die anstehenden Länderspiele zusammenruft: • Gegenpressing • Aktiver sein • In Zweikämpfen sollen sich die Nationalspieler als widerstandsfähiger beweisen als zuletzt • Die ganze Mannschaft muss in Zukunft zusammen verteidigen Auf welche Führungsspieler Klopp dabei setzen will, ist das große Geheimnis. Die Spieler-Gespräche laufen jetzt erst an. So halten sich auch die Profis selbst bewusst zurück. Öffentliche Rücktritte aus der Nationalmannschaft gab es bisher noch von keinem WM-Fahrer. Alle warten ab. Nach Informationen von „Sport Bild“ hatte ein Profi nach seinem 86. Länderspiel zumindest intern beim DFB seinen Rücktritt angedeutet: Antonio Rüdiger (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/antonio-ruediger/) (33) ließ direkt nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay in Boston in der Kabine wissen, dass er vorhabe, seine DFB-Karriere zu beenden. Einen Vollzug der Entscheidung gab es bisher jedoch nicht. Inzwischen lässt auch Rüdiger wieder offen, ob es unter Klopp beim DFB nicht doch für ihn weitergeht. Selbst über seine Pläne mit Joshua Kimmich (31) hüllte sich Klopp bisher in Schweigen. Es gab weder eine Bestätigung seiner Kapitäns-Rolle noch eine Aussage darüber, ob der Bundestrainer den Bayern-Profi als zentralen Mittelfeldspieler oder doch als Rechtsverteidiger sehen würde. Vonseiten Kimmichs soll es volles Verständnis dafür geben, dass sich der Bundestrainer alle Varianten offen hält. Fünf Trainer dürfen unter Klopp bleiben Als Co-Trainer holte sich Klopp Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender in sein Team. Gehen mussten dagegen aus dem Stab von Vorgänger Julian Nagelsmann die Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner. Bleiben dürfen als DFB-Angestellte Standard-Trainer Mads Buttgereit, die Torwart-Trainer Andreas Kronenberg und Stefan Wessels sowie die Athletik-Trainer Nicklas Dietrich und Krunoslav Banovcic. Vor allem hinsichtlich der Personalie Kronenberg wird Klopp eine knifflige Entscheidung treffen müssen. Wie sieht die Zukunft im deutschen Tor aus? Kronenberg gilt als großer Befürworter von Marc-André ter Stegen (34), der wegen Verletzungen die WM nicht bestreiten konnte. Die Klub-Zukunft des Keepers ist aber weiterhin unklar. Unter Barça-Trainer Hansi Flick (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/hans-dieter-flick/) (61) hat er keine Chance. Da aber der mündlich vereinbarte Transfer zu Ajax Amsterdam noch nicht vollzogen ist, reiste ter Stegen vorerst mit seinem Klub FC Barcelona ins Sommer-Trainingslager nach Birmingham. Während Klopp im Hintergrund die Vorbereitungen trifft, hält DFB-Sportdirektor Rudi Völler dem Bundestrainer den Rücken frei. Am Montag sprang Völler beim Internationalen Trainer-Kongress der BDFL (Bund Deutscher Fußball-Lehrer) in Mainz für ein Bühnengespräch ein, für das ursprünglich Klopp (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article6a6716e3dc2b0bab191a7c41/fussball-juergen-klopp-sagt-auftritt-bei-trainer-kongress-ab.html) vor seiner Bundestrainer-Entscheidung zugesagt hatte. Zudem führte Völler im Vorfeld der Bundesliga-Spieltags-Ansetzung erfolgreiche Gespräche mit der DFL. So wird am Termin des ersten Länderspiel-Treffpunkts von Klopp am 20. September keiner der drei Klubs mit den meisten Nationalspielern – Bayern, Dortmund und Stuttgart (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/vfb-stuttgart/) – im Einsatz sein, damit möglichst viele DFB-Profis früh anreisen können. Denn schon am Donnerstag darauf findet in Amsterdam gegen Holland die Bundestrainer-Premiere von Klopp statt. Dieser Text wurde für das Sportkompetenzcenter (WELT, BILD, SPORTBILD) verfasst und erschien zuerst in SPORT BILD.