Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt nach einem Vorfall in einem Jugendzentrum wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen mehrere Jugendliche. Drei Jungen sollen eine 14-Jährige in Gnarrenburg missbraucht und Videoaufnahmen veröffentlicht haben, berichtete zuerst die „Bild“-Zeitung. (verlinkt auf https://www.bild.de/news/inland/staatsanwalt-ermittelt-offenbar-wieder-gruppenvergewaltigung-in-einem-jugendzentrum-69baae8cd225a75f4a233ac2) „Das ist ein laufendes Verfahren, es sind Minderjährige betroffen“, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. Die Ermittlungen würden wegen der Beteiligung von Jugendlichen mit der notwendigen Beschleunigung behandelt, sagte sie. Es sei nicht abzusehen, wie lange sie noch dauerten. Es gilt die Unschuldsvermutung. Mutter fühlte sich an Fall in Berlin erinnert Die Mutter des Mädchens hatte den Fall öffentlich gemacht, nachdem sie die Videos auf dem Handy der Tochter gesehen und die Familie nach eigener Aussage keine Hilfe in der Gemeinde bekommen hatte. Das Gnarrenburger Jugendzentrum wird von der evangelischen Kirche und der Gemeinde betrieben. Ein Diakon soll an dem Tag im Haus gewesen sein. Alle drei Beschuldigten sollen dem Vernehmen nach zum Tatzeitpunkt minderjährig (laut „Bild“ 15, 16, jetzt 18) gewesen sein. Der „Bild“-Zeitung zufolge haben die Jugendlichen einen Migrationshintergrund, sie sollen aus dem Iran und Syrien stammen, einer auch aus den Niederlanden. Die (anonym bleibende) Mutter hatte von einem möglicherweise ähnlich gelagerten Fall in Berlin erfahren und sieht Parallelen in der aus ihrer Sicht fehlenden Aufarbeitung. „Bild“ zitiert sie mit den Worten: „Wir kämpfen gegen Windmühlen. Die Gemeinde, die Kirche, alle schweigen es tot, als sei nichts passiert. Jeder macht so weiter, als ob nichts passiert wäre.“ In Berlin soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst im Februar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin. Der Jugendclub ist geschlossen. Jugendzentrum weist Vorwurf des Schweigens zurück In einer Stellungnahme des Jugendzentrums in Gnarrenburg (verlinkt auf https://www.gnarrenburg.de/portal/meldungen/stellungnahme-jugendzentrum-gnarrenburg-900000679-23750.html?rubrik=900000001) heißt es, die Vorwürfe stammten aus der Mitte des vergangenen Jahres. Sofort nach Bekanntwerden seien die vorgesehenen Meldeketten ausgelöst, die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft am selben Tag aufgenommen worden. Mit den Eltern sei am Folgetag ein Gespräch geführt worden. Das Team des Jugendzentrums habe korrekt gehandelt, es habe bis zu der Anzeige keine Kenntnis von einer Gewalttat gehabt, hieß es am Montag von der Kirche. Kritisiert wurde auch die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung (gehört wie WELT zu Axel Springer). „Bei Vorwürfen dieser Schwere reicht es nicht, Andeutungen, Vermutungen oder einseitige Darstellungen zu verbreiten. Wer den Eindruck erweckt, Verantwortliche oder Mitarbeitende hätten versagt, muss sauber recherchieren, die Fakten prüfen und Betroffene fair anhören, bevor solche Behauptungen veröffentlicht werden.“ Im Artikel seien „Behauptungen“ enthalten, die, „nicht den Tatsachen entsprechen und auch nicht zutreffen“. Man habe die Redaktion deshalb zur Korrektur aufgefordert und um Benennung der zugrunde gelegten Quellen gebeten. Welche Details gemeint sind, wird nicht erläutert. „Auch wir wollen eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe und daraus folgende Konsequenzen“, so das Jugendzentrum weiter. Wenn Eltern den Eindruck hätten, dass ihrem Kind Leid zugefügt wurde, sei das für jede Familie eine Ausnahmesituation. „Den Schmerz, die Angst und auch die Wut können wir absolut nachvollziehen.“ Nicht zu tolerieren seien aber verbale Angriffe im Netz auf die Kirchengemeinde, die Gemeinde Gnarrenburg und das Jugendzentrum.